Den USA droht eine neue Ölkrise. Anders als in den siebziger Jahren sind es heute zu niedrige Preise, die der Wirtschaft schaden könnten. Das gilt besonders für jene Firmen, die mittels des sogenannten Frackings Öl aus Gesteinsschichten tief unter der Erdoberfläche gewinnen – und es gilt auch für die Wall-Street-Banken, die diesen Unternehmen Geld geliehen haben.

Beim Fracking, einer bei Umweltschützern umstrittenen Fördermethode, wird Öl mithilfe von Wasser, Sand und Chemikalien unter Hochdruck aus der Tiefe gepresst. Das ist aufwendiger und teurer als die konventionelle Förderung. Seit Ende Juni ist der Ölpreis um 25 Prozent gefallen. Fällt er weiter, rechnet sich das Fracking nicht mehr. Das könnte die Erschließung weiterer Vorkommen bremsen und die Produktion rasch sinken lassen. Die US-Wirtschaft würde das schwer belasten: Der heimische Energieboom war einer der wichtigsten Treiber ihrer Erholung im Zuge der jüngsten Finanzkrise.