Gegen das Verlegen von Stolpersteinen gibt es nach meinen Erfahrungen nur Scheinargumente. Es handelt sich bei Stolpersteinen um eine einzigartige Form individualisierten Gedenkens am einstigen Wohnort der jüdischen Opfer: nicht an einer einzigen zentralen Stelle konzentriert und damit auch anonymisiert, sondern – für jedermann sichtbar – über die ganze Stadt verteilt. Damit wird den Betrachtern mit jedem einzelnen Stolperstein immer wieder in Erinnerung gerufen, dass diese deportierten Menschen einstmals Bürger desselben Wohnortes, vielleicht sogar Nachbarn der eigenen Vorfahren waren. Stolpersteine sind wiederholt aufrüttelnde Hinweise am authentischen Ort auf die verlorene, mutwillig zerstörte "Normalität" einstigen Zusammenlebens jüdischer und nicht jüdischer Deutscher.