Es gibt einen Mann, der bei Alexander Gauland anruft, wenn der es mal wieder übertrieben hat. "Sie gehen zu weit", sagt er dann. Vor einigen Wochen zum Beispiel: Die Landtagswahl in Brandenburg stand kurz bevor; und Gauland, Spitzenkandidat der AfD, zürnte über ein Asylbewerberheim, das heimlich in der kleinen Stadt Doberlug-Kirchhain geplant werde. Er sprach von einem "Ghetto", das dort entstehe.

Der Mann, der hin und wieder bei Alexander Gauland anruft, heißt Manfred Stolpe. Er war bereits zum SPD-Ministerpräsidenten in Brandenburg aufgestiegen, als Gauland 1991 Herausgeber der größten Regionalzeitung in dem Land wurde, der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) . "Damals hatte ich das Gefühl", sagt Stolpe nun, "wir beide haben die gleiche Wellenlänge. Wir wollten den Menschen einen neuen Heimatstolz vermitteln. Ich habe Gauland als gestandenen Konservativen erlebt, immer berechenbar. Man konnte sich auf sein Wort verlassen."