Asiens geografische Mitte sei "eher peinlich", finden Andreas von Heßberg und Waltraud Schulze. Im Süden der Millionenstadt Ürümqi in der westchinesischen autonomen Region Xinjiang reihen sich um ein Granitmonument Betonwürfel mit den Flaggen von 48 Staaten des Kontinents. Während sich die Palästinenser und das von Indien annektierte Sikkim über einen eigenen Würfel freuen können, wurde Russland kurzerhand vergessen. Mit Beobachtungen wie dieser versucht der Berliner Trescher Verlag eine Reihe handlicher Asien-Reiseführer für mündige Leser zu etablieren. Dabei folgt das Buchkonzept durchaus dem üblichen Muster: Informationen über Land und Leute, Reiseziele, übersichtliche Karten und Praktisches in Stichworten. Mutig ist die Gewichtung: Der Stadt Xi’an und der Terrakottaarmee widmen die Autoren im Band zur Chinesischen Seidenstraße gerade mal vier Seiten und ein Bild. Lieber führen sie ausführlich auf selten befahrenen Routen um die Wüste Taklamakan herum. Sie scheuen auch keine Bewertungen und bringen Themen wie den Konflikt der Uiguren mit der chinesischen Zentralgewalt zur Sprache.