Welch Fundus an Geschichten. Seit über 30 Jahren bereist Rudolf Alexander Mayr Nepal und den Himalaya. Er war mit berühmten Alpinisten wie Reinhard Karl unterwegs und hat viele Sherpas kennengelernt, von ihnen hauptsächlich erzählt er. Sein Buch zeugt von Anteilnahme. Doch sprachliche Abstürze reißen einen aus dem Lesefluss. "Mit solchen Burschen ist nicht gut Kirschen essen", schreibt Mayr und verbreitet Pauschalierungen wie: "Die Rai sind ein schöner Menschenschlag." Mitunter versteigt er sich in mystisch-esoterische Höhen. Wenn er etwa folgert: Weil Reinhard Karl den geweihten Tschang nicht getrunken hat, wird er von einer Lawine erschlagen. Wäre die Lawine am Cho Oyu kleben geblieben, hätte der Kletterer sein Bier getrunken? Mayr behauptet auch, Bergsteiger bekämen Hinweise, bevor sie tödlich verunglücken, und zeigt Fälle auf, bei denen Freunde schwer verletzt wurden und später auf einer anderen Tour starben. Man könnte dies auch mit Wahrscheinlichkeit erklären. Mit strengem Lektorat hätte dies ein Buch werden können, das nicht nur bergsteigende Nepalreisende lesen möchten.