Ein Buch für alle Lebenslagen! Erkältung – und die Apotheke hat geschlossen? Veganer kommen zu Besuch? Auf Wanderschaft, der Hunger ist groß, aber das Gasthaus ist noch fern? Oder gar ein Ernährungsnotfall bei einem Survivaltrip? Schlag nach bei Vogel! Johannes Vogel, Biologe und Survivalspezialist, Autor von Büchern über Survivalmedizin, Überleben in der Wildnis und "Tierische Notnahrung", legt jetzt einen Führer durch die Wildpflanzenküche vor. Die gute Nachricht: Man kann sich praktisch überall auf der Welt zur Not von gefundenen Pflanzen ernähren. Die schlechte: Man sollte tunlichst Botanikexperte sein. Vogel hält gar nichts von dem unter Survivalleuten verbreiteten Verträglichkeitscheck: Cook it, peel it or forget it . Der Autor hat in tropischen Breiten ungewaschenes Gemüse, Wasser aus dem Gemeinschaftsbecher und sogar, unerhört!, Cola mit Eiswürfeln verputzt. Das kulinarische Abenteuer war ihm wichtiger, und Montezumas Rache erreichte ihn "nicht einmal richtig". Des Weiteren rät er davon ab, bei Pflanzen auf die bekannten Genießbarkeitstests zurückzugreifen – erst daran riechen, dann zerreiben und auf die Haut auftragen, ein kleines Stück in den Mund nehmen, eine Stunde warten et cetera. Zu gefährlich, meint Johannes Vogel. Es hilft nichts: Ein bisschen Ahnung von Pflanzenfamilien muss man haben. Wer die – oft giftigen – Zypressengewächse erkennt, kann sie von den Kieferngewächsen mit ihren energiereichen Samen im Zapfen leicht unterscheiden. Gräser, Fuchsschwanzgewächse (Melden, Gänsefüße), Buchen- und Rosengewächse haben ernährungstechnisch wertvolle Bestandteile. Wer die Familie bestimmen kann, darf Aussagen über die Genießbarkeit wagen, auch wenn er irgendwo auf der Erde die Spezies nicht exakt zu benennen weiß. Für Weltreisende hat Vogel schließlich ein dirty dozen zusammengestellt, zwölf Pflanzenfamilien, die weltweit ähnlich und gehaltvoll sind und deren Wurzeln oder Knollen essbar sind . Brennnesseln gehören dazu, Kletten, Löwenzahn, Schilfrohr oder Wegeriche. Doch der Lohn, ein Teller voll Grünzeug, kommt erst nach der Arbeit. Zwei, drei Monate lang soll man das Buch durchackern. Am Ende bescheinigt Vogel dem Leser, dass er "kein Laie mehr" ist. Eine Gewähr fürs Überleben übernimmt der Autor allerdings ausdrücklich nicht.