Vor Weihnachten beginnt die große Zeit der Besserwisser und Einredner. Damit sind Werbeleute und Verkaufsprofis gemeint, die angeblich wissen, was wir anderen schenken möchten. Rein zufällig ist das natürlich genau der Kram, den sie dringend loswerden wollen.

Solche Produkte erkennt man daran, dass sie keine besonderen Eigenschaften haben. Sie sind einfach nur da. Ihnen fehlt es entweder an praktischem Nutzen oder an jeder Form von Ästhetik, sodass sie schon deswegen alles andere als begehrenswert sind. Denken Sie mal an in Plastikfolie eingeschweißte schicke Businesshemden mit modischer Krawatte. Oder an orangefarbene Duschgel-Sets mit Gratis-Wellnessbürste aus der Edition einer längst vergessenen Beauty-Queen. Oder an diesen barocken Kronen-Krempel aus der Werkstatt von Modedesigner Harald Glööckler.

Gute Verkäufer wissen, dass niemand mit klarem Verstand sich so etwas freiwillig zulegen würde. Aber solange sie ihre Kunden noch nicht mit Waffengewalt an die Kassen treiben dürfen, müssen sie ihnen einen Grund liefern, das Zeug trotzdem zu kaufen. Genau dazu dient der Spruch vom "idealen Geschenk". Er sagt: Ihr müsst den Müll ja nicht behalten!

Und schon kaufen wir Dinge, die wir hassen, um sie Leuten zu schenken, die wir lieben. Bekloppt, oder? Der Irrsinn hinter dem Werbespruch fällt sofort auf, wenn man die Masche leicht abwandelt. Stellen Sie sich dazu einen großäugigen Hundewelpen vor, der im Fachhandel so beworben wird: "Sie wollen keinen Hund? Macht nichts! Dieser ist ideal dafür geeignet, ihn auf dem nächsten Parkplatz an der Laterne anzubinden, wo er bestimmt bald gefunden und adoptiert wird." Mal ehrlich: Würden Sie diesen Hund kaufen?