Was bisher geschah (Folge 1, Folge 2): Einem Eichhörnchen sind Hunderte Nüsse gestohlen worden. Am Tatort erwischt Kommissar Gordon eine Maus auf frischer Tat – doch er glaubt nicht, dass sie der Großdieb ist. Stattdessen macht Gordon die Maus zur Polizeiassistentin und gibt ihr einen Namen: Buffy ...

Kapitel 5: Neue Spuren werden untersucht.

Am nächsten Morgen erwachte der Kommissar mitten aus einem Traum. Er hatte geträumt, dass er einen Pfad entlanglief. Er lief schneller als ein Reh. Und er kletterte auf einen Baum, schneller als ein Eichhörnchen. "Elende Räuber!", rief jemand mit zitternder Stimme. "Redende Läuber! Hu!"

Der Kommissar ließ sich Zeit mit dem Augenöffnen. Er wollte noch in dem schönen Traum bleiben. Wer weckte ihn eigentlich gerade? "Schlimme Halunken!", rief es jetzt. "Himmelspelunken!" Wahrscheinlich das Eichhörnchen, dachte der Kommissar.

Er öffnete die Augen. Richtig. Das Eichhörnchen. "Guten Morgen", sagte er. "Jetzt sind die Diebe wieder da gewesen", sagte das Eichhörnchen empört. Der Kommissar dachte an die Bewachung und die kleine Maus Buffy, die er gefangen hatte. "Also wirklich", sagte er. "Eine kleine Nuss für jemanden, der Hunger leidet ..." – "Es ist aber nichts mehr da! Alles weg", rief das Eichhörnchen. "Guten Morgen, übrigens." Dann sah das Eichhörnchen Buffy, die im anderen Bett lag. Nur die Schnauze mit den Schnurrhaaren schaute unter der Daunendecke hervor. Buffy schlief.

Das Eichhörnchen starrte sie an. "Ist das der Dieb? Und du hast ihn gefangen? Und ins Gefängnis geworfen? Und bewacht?" Der Kommissar erklärte, dass er eine Polizeiassistentin eingestellt habe, um den Fall schneller zu lösen. Und dass sie beide kommen würden, sobald sie gefrühstückt hätten. Das Eichhörnchen machte keine Anstalten zu gehen. Offensichtlich wollte es warten. Aber der Kommissar wollte erst aufstehen, wenn er allein war. "Los jetzt!", sagte er streng. "Beeil dich und bewache die Spuren. Und nichts anfassen!"

Das Eichhörnchen eilte davon. Und der Kommissar erhob sich mühsam. Gebeugt stand er neben dem Bett und atmete schwer. Dabei war er im Traum so leicht und schnell gewesen. Dann zog er sich an und setzte Teewasser auf. "Keine Müdigkeit vorschützen, Buffy! Wir wollen Diebe jag..." Er hatte noch nicht zu Ende gesprochen, da war Buffy schon aus dem Bett gesprungen und salutierte. Sie war bereits angezogen.

"Guten Morgen, Chef", sagte Buffy mit munterer Stimme. "Guten Morgen. Jetzt wollen wir einen kleinen Morgenmuffin zu uns nehmen. Die sind da vorne, in der anderen großen Dose. Das ist die Morgendose." Er nahm den Deckel ab und holte vier Muffins heraus. Es waren Vanillemuffins mit Erdbeermarmelade drauf. "Was ist in der dritten großen Dose, Chef?" – "Wart’s ab, das wirst du schon noch erfahren." Als sie in aller Ruhe fertig gegessen und die Marmelade genossen hatten, machten sie sich auf den Weg. "Nehmen wir die Pistole mit, Chef?", fragte Buffy. "Nein", sagte der Kommissar schnell. "Nicht die Pistole!"

Sie kämpften sich durch den Schnee voran. Die Sonne schien, aber es war kalt, und der Kommissar bedauerte, seine Handschuhe nicht mitgenommen zu haben. Jetzt waren alle Tiere wach. Da waren eine Elster und eine Krähe, die miteinander zankten. Da waren Meisen, die in den Baumwipfeln nach Nahrung suchten. Da waren Kaninchen, die im Schnee gruben. Der Kommissar und seine Assistentin salutierten allen. Sie kamen zum Loch in der Kiefer, und der Kommissar schaute es verbittert an. Das Eichhörnchen saß schon im Loch und jammerte. Buffy kletterte schnell hinauf. Was habe ich doch für eine aufgeweckte und tüchtige Assistentin, dachte der Kommissar stolz. "Bravo!", sagte er, als die Maus angekommen war. Die beiden oben sahen ihn verwundert an. Was war daran jetzt bravo?

"Das Loch ist sehr leer, Chef." – "Aha", sagte der Kommissar. "Sind die Nüsse alle?" – "Die Nüsse sind sehr alle, Chef!" Buffy kletterte nach unten, und die beiden Polizisten begannen mit der Untersuchung der Spuren. Es handelte sich hier offensichtlich um einen Einbruch bei Neuschnee, wie man in Polizeikreisen sagte. Daran konnte kein Zweifel bestehen. Eine Menge Spuren führten zum Pfad, um dort in einer noch größeren Menge zu verschwinden.

Jemand war mit den gestohlenen Nüssen vom Loch zum Pfad hin- und hergegangen. Aber wer? Und gab es nur einen Täter oder mehrere? Der Kommissar kniete sich hin und untersuchte die Spuren genauer. "Das wird ja immer blöder!", rief er. "Was wird immer blöder, Chef?" – "Du musst nicht dauernd Chef sagen", flüsterte der Kommissar Buffy zu. "Danke. Es ist mir nämlich wirklich nicht leichtgefallen, 'blöder Chef' zu sagen."

"Das Problem ist, dass die Diebe mit Absicht ihre Spuren verwischt haben. Erst sind sie mit allen Nüssen hin- und hergerannt. Dann haben sie einen Tannenzweig über die Spuren gezogen, sodass alle Fußabdrücke unbrauchbar geworden sind ..." Das Eichhörnchen stand daneben und rang die Hände. "Kriege ich meine Nüsse zurück?" Der Kommissar schaute es streng an und hob den Zeigefinger ein wenig. "Wir müssen nachdenken", fuhr der Kommissar fort. Er ging herum und summte verdrießlich vor sich hin. Er beugte sich hinunter. Er ging zum Pfad und brummte richtig schlecht gelaunt. Dann entdeckte er neben dem Pfad einen Tannenzweig und brummte etwas zufriedener. Dann ging er eine große Runde durch den Wald und schaute Tannenbäume an, bis er "Ha!" sagte.

Er kam zurück und lächelte. "Ich denke, jetzt ist es an der Zeit, ein paar Schlussfolgerungen zu ziehen." Das Eichhörnchen wollte etwas fragen, aber der Kommissar hob den Finger.