Einer meiner Kollegen im Kreis der ARD-Intendanten hatte mich kurz nach meinem Amtsantritt beim WDR gewarnt: "Sie sind in einen Berufsstand eingetreten, der von den Medienkritikern in der Presse als träge, überbezahlt und kreativitätsverhindernd gebrandmarkt wird. Wenn mal eine Produktion gelobt wird, dann beginnt der Artikel garantiert mit einem Satz wie: ›Erstaunlich, dass so eine innovative Idee ihren Weg ins Programm gefunden hat. Da muss den Bürokraten wohl etwas durchgerutscht sein, sonst hätten sie es bestimmt verhindert.‹ " Wir haben beide gelacht – über das Klischee, das über unsere Sender verbreitet wird, und über das Klischee vom schlecht gelaunten, voreingenommenen Medienkritiker.