Er ist 13 Jahre alt, da endet der lange Krieg. Und auch innerlich liegt seine Welt in Scherben, als seine Großmutter stirbt, für ihn bis dahin der wichtigste Mensch. Mutter und Adoptivvater nehmen ihn zwar auf, interessieren sich aber kaum für ihn. Und seinen leiblichen Vater hat er ohnehin nie persönlich gekannt. Ein rauer Start ins Leben, der ihn zum Trotzkopf und Rebellen werden lässt, bis er von der Schule fliegt. Doch dann trifft er einen väterlichen Freund, der sein Talent sieht und fördert.

Bald kann er von Berufs wegen tun, was er schon als Kind am liebsten tat – in dunklen Sälen Filme gucken. Als er mit dem eigenen Debüt einen begehrten Regiepreis erhält, ist er 27, fortan geht’s aufwärts mit der Karriere. Und er hat ja auch viele Geschichten zu erzählen, vor allem die bittersüßen von der Magie und den Geheimnissen der Liebe. Und von ihrem Scheitern. Eine Amour fou zu dritt macht ihn endgültig berühmt; auch sonst handeln seine Filme oft von übermächtigen Gefühlen, die in einen Totentanz münden.

Heute würde man bei ihm vielleicht eine Depression vermuten, damals passt die melancholische Attitüde zum Zeitgeist. Und doch, in seinem letzten Werk geht es heiter und verspielt zu; liegt es daran, dass die schöne Hauptdarstellerin und er ineinander verliebt sind?

Krankheit und Tod reißen ihn brutal aus einem endlich frohen Leben; seine drittgeborene Tochter lernt den Vater nur kurz kennen. Schon erstaunlich, wie sich Familienmuster manchmal wiederholen. Wer war’s?

Anm. d. R., 4.12.2014: Im Originaltext stand "seine postum geborene Tochter lernt ihn, den Vater, gar nicht mehr kennen". Das stimmt so nicht. Wir haben den Fehler korrigiert.

Lösung aus Nr. 49:

Der kluge Weltmann Melchior Freiherr von Grimm (1732 bis 1807) aus Regensburg lebte seit 1747 in Paris in engem Kontakt mit der Elite der Aufklärer. Seine "Correspondance littéraire, philosophique et critique" ging zeitweilig an 15 Fürstlichkeiten