Als es im Fußball noch keine Doppel-Sechs, keine falsche Neun und keine Syndesmosebänder gab, spielte ich in der 1. Mannschaft des SV Saar 05 Saarbrücken, Verbandsliga, immerhin. Eine Zeit lang hatten wir dort einen Trainer, zu dem der Begriff "Konzepttrainer", hätte es ihn denn schon gegeben, kaum gepasst hätte. Aber er war ein netter Kerl, der seine Spieler siezte, sich zu Hause mit leeren Klorollen an taktischen Aufstellungen versuchte und einmal vor einem Spiel den Spieler Weber maximal aufbaute: "Weber, Sie sind heute der wichtigste Mann, Sie entscheiden das Spiel, Sie hauen die heute ganz allein weg." – "Hey, Trainer", rief da einer dazwischen, "da stehen ja zwölf Namen auf der Tafel." – "Weber, dann bleiben Sie draußen."

Im Training gab der Trainer gern klare Anweisungen: "Ihr vier spielt jetzt fünf gegen zwei" war so eine. Oder: "Wir machen jetzt Skipping auf der Stelle – bis zur Mittellinie und zurück." Einmal schrieb der Trainer in der Mannschaftssitzung die Begriffe Kondition, Übung, Motivation, Mut, Können, Wille, Zusammenspiel untereinander an die Tafel, umkreiste die Anfangsbuchstaben und sagte: "KÜMM Ka-We-Zet – das ist jetzt unsere Kampfparole bis zum letzten Spiel."

In diesem Sinne wünschen wir: Frohe KÜMM Ka-We-Zet, liebe GroKo.