Die Dichterin ist ein lebender Mythos: Seit Jahrzehnten haust sie inmitten ihrer Zettelberge in der Wiener Zentagasse und schreibt auf ihrer alten Hermes Baby. Ihre lyrische Prosa ist Bewusstseinsstrom, Gedankentagebuch, Wortsinfonie – ganz unvergleichlich. Viele Dichter hat sie mit ihrem magischen Sound inspiriert. Gerade erschien ihr neues Werk "Cahier".

Für Friederike zum Neunzigsten neu aus dem Sommer 1969 geholt:

Was der Mann sagt, sagt mir die Woge:

Hör, wie ich mich über dich werfe und in mich

Und reich bin von mir, unerschöpflich, nicht ende

Wie weit du auch denkst.

Hier bin ich und dort, du geh nicht die Wege

Die nackten berandeten Wege, und du brauchst kein Gefährt.

Was ich dem Mann sage, sag ich der Woge:

Ich war weit fort über Land, ohne Gefährt und erschöpft

Ich hörte dich nicht auf den nackten berandeten Wegen

Wie du dich über dich wirfst, dich verwirfst, und nicht endest

Wie du reich bist von dir, unerschöpflich:

Ich geh nicht mehr fort.

Elke Erb, geboren 1938, wohnt in Berlin, zuletzt erschien von ihr der Gedichtband "Das Hündle kam weiter auf drein" bei roughbooks.