Treffen sich zwei Philosophinnen. Sagt die eine: "Schon den neuen Žižek gelesen?" – "Nein", sagt die andere, "den kenne ich schon."

Der Witz und seine Beziehung zur Philosophie ist bekanntlich begehrtes Terrain. Schon Nietzsche wäre gern das Enfant terrible gewesen, das Žižek heute ist. Philosophisch versiert, politisch unnachgiebig, aber irgendwie unkonventionell und sexy, weil: witzig. Das Devotionalien-Büchlein mit Žižeks gesammelten Witzen war folglich nur eine Frage der Zeit. Und die gehen so: "Was ist der leichteste Gegenstand der Welt? Der Phallus, denn er ist das einzige Objekt, das sich durch bloße Gedanken aufrichten lässt."

Jede Seite eine Zote – hier ein sexistisches Aperçu, dort eine rassistische Überzeichnung, es gilt das Prinzip politically incorrect im Dienste der Erkenntnis. Endlich mal diesen komplizierten Lacan verstehen, endlich mal über Juden lachen, endlich mal von schwarzen Schwänzen reden. Žižeks Witz macht’s möglich.

Das Ganze ist dialektischer Materialismus in Reinform. So viel und so wenig Žižek war nie. Den Kurztexten fehlen die Kontexte, die sie allegorisch erklären sollen, vor allem aber fehlt ihnen Žižek himself: der popphilosophische Erklärbär im fleckigen T-Shirt, Schweiß auf der Stirn, gehetzt vom eigenen Denken. Hohl scheppert der Witz, dem seine Stimme fehlt. Wer’s mag, darf trotzdem lachen. Wir allerdings raten ab.