Was bisher geschah (Folge 1, Folge 2, Folge 3, Folge 4, Folge 5): Kommissar Gordon und die Polizeiassistentin Buffy haben zwei Nussdiebe, die im Wald ihr Unwesen treiben, in eine Falle gelockt. Nun verbarrikadieren sich die räuberischen Eichhörnchen mit ihrem Diebesgut in einem Baumloch und werfen mit Nüssen ...

Kapitel 11: 224 Nüsse.

Was für ein Durcheinander! Viele Tiere wurden wach und kamen vorbei, um zu gucken. Aus einem Loch flogen Nüsse. Und das Loch sah aus wie ein Gefängnis. Jetzt standen die Tiere im Kreis um die Eiche, und der weiße Schnee war gesprenkelt mit Haselnüssen. "Stopp!", rief Kommissar Gordon. "Jetzt habt ihr genau 224 Nüsse rausgeworfen. Genau so viele, wie ihr gestohlen habt."

Die beiden Eichhörnchen murrten ein bisschen. Sie verstanden, dass man sie reingelegt hatte. "Habt ihr noch viele Nüsse übrig?", fragte der Kommissar. "12 417", riefen die Eichhörnchen und lachten. "Das reicht ja für euch", sagte der Kommissar. "Dann könnt ihr da drinnen bleiben und Nüsse essen. Und drüber nachdenken, wie es sich anfühlt, bestohlen zu werden."

Die Eichhörnchen wussten nicht genau, ob sie lachen oder weinen sollten. Eigentlich gab es doch nichts Besseres, als zu Hause zu sitzen und Nüsse zu essen? Sie hatten überhaupt keine Lust, nach draußen zu gehen. Aber wenn man nicht rausgehen durfte? Und mussten sie jetzt die ganze Zeit an Leute denken, denen Nüsse gestohlen wurden? Sie wussten nicht, wie sie das finden sollten, also lachten sie unverschämt: "Ha, ha!"

"Dann werden wir mal zurückgehen und stempeln", sagte Buffy. Alle Tiere halfen mit, die Nüsse einzusammeln und zur Polizeistation zu tragen. 20 Nüsse legten sie auf einen kleinen Haufen, die sollten Buffy und der Kommissar auf den Schlitten laden und den Waldmäusen zurückbringen. Und 204 kamen auf einen großen Haufen: Das waren die Nüsse, die Waldemar gehörten. "Vielen Dank, liebe Tiere", sagten die beiden Polizeifreunde und salutierten.

Es war schön, wieder zurück in der Polizeistation zu sein. Der Kommissar legte neues Holz aufs Feuer, und die Glut flammte auf. Warm und schön. Dann setzte er Teewasser auf. "Welche Muffins sind jetzt an der Reihe?", fragte der Kommissar. "Die Abend- und Nachtmuffins", sagte Buffy. Da hörten sie ein Schnarchen. Das Eichhörnchen Waldemar schlief in seiner Zelle. "Sag ihm, dass es Tee und Muffins gibt", sagte der Kommissar. Etwas später kam das Eichhörnchen schlaftrunken aus der Zelle. "Wo sind meine Nüsse? Wo sind meine Füße?", fragte es wirr.

Buffy zeigte nach draußen. "Oh, wie ich mich freue!", sagte das Eichhörnchen und fing beinahe an zu weinen. "Endlich sind diese Sorgen vorbei!" Der Kommissar schüttelte den Kopf und schenkte Tee in drei Becher. Dann änderte sich der Gesichtsausdruck des Eichhörnchens. Plötzlich sah es streng aus. "Die fiesen Diebe", sagte es, "wo sind fie diesen Fiebe?"

"Die Diebe wurden gefangen, haben gestanden und die Nüsse zurückgegeben", sagte der Kommissar. "Und irgendwie sitzen sie im Gefängnis. Man kann ruhig sagen, dass sie, ja, dass sie nicht mehr da sind." – "Nicht mehr da?" – "Trink ein bisschen Tee", sagte der Kommissar. "Und iss einen Muffin."

Das Eichhörnchen aß einen ganzen Muffin und bat um noch einen. Es fand, dass die Muffins sehr gut dufteten, und es liebte Johannisbeermarmelade, sagte es. Fast so sehr wie Nüsse. Als es aufgegessen hatte, sah es etwas zufriedener aus. "Ich weiß nicht, ob ich alles verstanden habe", sagte es und pustete auf den Tee. "Man muss nicht alles verstehen", sagte der Kommissar. "Nicht, wenn man fühlt, dass alles richtig ist."

Das Eichhörnchen trank den Tee aus.

"Aber ich will trotzdem die Diebe sehen", sagte es. "Ich will wissen, wie ein Dieb aussieht!" Der Kommissar stand auf und holte einen kleinen Spiegel. Das Eichhörnchen nahm ihn verwirrt in die Hand. Es hatte noch nie einen Spiegel gesehen. Es mochte ja keine modernen Sachen. Es guckte die Gestalt im Spiegel an. Es hatte sich wohl noch nie richtig betrachtet.

Es glotzte das Bild an. "Der sieht zornig aus und ein bisschen geizig und gierig!", sagte das Eichhörnchen. "Ja", sagte der Kommissar, "so sieht er aus. Aber ich glaube, er kann auch nett und froh aussehen." Die Miene des Eichhörnchens hellte sich auf. "Vielleicht", sagte es und guckte auf das Bild. "Vielleicht ein bisschen nett." Dann gab das Eichhörnchen den Spiegel zurück. "Diese modernen Sachen verwirren mich, mir wird schwindelig", sagte das Eichhörnchen und ging davon. "Gute Nacht." – "Gute Nacht, gute Nacht!"

Der Kommissar und Buffy blieben am Schreibtisch sitzen und tranken ihren Tee. Von draußen hörten sie die Stimme des Eichhörnchens: "104, 105, 106, 107, 108, 109 ..."

Kapitel 12: Drei Wünsche.

Kommissar Gordon und Buffy waren sehr zufrieden, als sie nebeneinander am Schreibtisch saßen. Sie waren unglaublich froh. Aber sie gaben sich Mühe, ernst und wichtig auszusehen, wie richtige Polizisten. Plötzlich kam das Eichhörnchen zurück. Es hatte eine sehr große Nuss dabei, und die wollte es jetzt den beiden schenken.

Der Kommissar und Buffy nickten ihm feierlich zu. Sie saßen immer noch und wollten wie ernste und bedeutende Polizisten aussehen. "Das ist eine sehr schöne und ungewöhnliche Nuss, die ich euch schenke", sagte das Eichhörnchen. "Bestimmt eine Doppelnuss, und sie fehlt mir jetzt schon, aber ich möchte mich so gerne bei euch bedanken."