Am Ende habe die Richterin einen Vergleich empfohlen: "Sie meinte, beide Parteien seien so streitwillig, das würde Jahre dauern. Und so haben wir uns geeinigt. Ich habe 130.000 Euro bezahlt", sagt er. Jetzt ist die Osteria fort, und an der Stelle parkt an diesem Tag sein schwarzes Luxus-Elektroauto von Tesla.

Hinrichs steigt vom Gerüst, es ist kalt geworden, aber er möchte unbedingt noch erklären, wie er aus diesem aufwendigen Bau ein Geschäft machen will. Er schließt den Baucontainer auf, und weil drinnen dieselben Temperaturen wie draußen herrschen, muss Hinrichs tun, was er den Bewohnern seiner Luxusimmobilie ersparen will: Er geht auf alle viere und kriecht unter einen Tisch. Dort steckt die Elektroheizung.

In einer nun staubigen Baumwollhose setzt er sich danach an einen zweiten Tisch. Ein weißer Hemdkragen ragt unter seinem Pullover hervor. An den Ellenbogen sind hellbraune Ärmelschoner aufgenäht. Hinrichs sagt, er baue nicht bloß ein Haus, er versuche, "eine fünfte Kategorie des Wohnens" zu entwickeln. "Es gibt das Hotel, das Boarding-Haus, die unbefristete Mietwohnung und das Eigentum. Ich möchte genau in die Mitte noch eine fünfte Kategorie setzen." Er nennt sie Apartimentum. "Der Bewohner muss kein Kapital binden, aber er bekommt einen Luxus, wie er ihn normalerweise nur in einem Eigenheim hat."

Eine überdurchschnittliche Rendite will Hinrichs dadurch erreichen, dass er viel Technik zum Energiesparen einbaut. Seine Lieferanten hat er zu "Gerätepartnern" gemacht. Sie bestücken alle Wohnungen und geben Rabatte von bis zu 50 Prozent auf den Normalpreis. "Dafür dürfen die Firmen mit dem Haus werben", sagt Hinrichs. Der Küchenausstatter Miele erklärt, als man von dem Projekt gehört habe, habe man sehr gerne dabei sein wollen.

Bleiben die Kosten für die Bewohner. Die werden je nach Größe zwischen 2.000 und 8.000 Euro im Monat liegen, und damit deutlich über den Vergleichswerten für den nackten Quadratmeter im ohnehin teuren Harvestehude. Hinrichs scheut dafür das Wort "Miete". Er selbst spricht davon, dass er "Kubikmeter Wohnqualität" biete.

Geht seine Rechnung auf, will er sein Apartimentum in anderen Städten vervielfältigen.