Mit 30 war sie berühmt. Ein Shootingstar, eine, die den Zeitgeist in Wort und Bild umsetzte, mit Humor und Esprit. Und dieser erste Erfolg machte sie zur Vorzeige-Lady. Aber schneller Ruhm kann auch den Absturz bewirken – es verlangt Stärke, weiter den eigenen Weg zu gehen. Ihr ist es geglückt; nach fast dreißigjähriger Karriere steht sie so strahlend da wie am Anfang. Gerade in den letzten Jahren ist sie wieder produktiv, springt dabei gern zwischen den Künsten.

"Man muss sehr lange schreiben [...], und wenn die Figuren anfangen, von selber zu laufen und zu sprechen, ist das dann der Glücksmoment. Beim Drehen ist es immer der Moment, dass man zusammen mit dem Schauspieler den richtigen Ton findet [...], oder plötzlich reißt der Himmel auf, und es gibt ein tolles Licht."

Spielen, Neues wagen: ihre Bühne. Den Rückzug proben: ihre Basis. Wie in dem Haiku, das sie zitiert: "Still sitzend, nichts tuend – der Frühling kommt, und das Gras wächst von alleine."

Einige geliebte Weggefährten hat sie im Lauf der Zeit beerdigen müssen. Doch gerade Trauer und Schmerz haben sie zur Optimistin werden lassen, sagt sie. Und für diese Fähigkeit, das Glück nie ganz aus den Augen zu verlieren, findet sie berührende Bilder – etwa wenn ein Mann selbstvergessen für seine gestorbene Frau tanzt. Ihr Credo: Leben, lieben, bedingungslos! "Wenn man liebt, droht immer der Verlust [...]. Wie viel Zeit man zusammen hat, weiß man ja nicht." Was zähle, sei die Gegenwart: "Nicht zu fragen, was fehlt, sondern sich darüber zu freuen, was da ist."

Wer ist’s?

Lösung aus Nr. 53/2014:

Der Bandoneon-Virtuose Astor Piazzolla (1921 bis 1992) verschmolz in seinem "Tango nuevo" klassische und moderne Musik mit Jazz und Elementen der Tango-Tradition. Er studierte bei Nadia Boulanger und schrieb u. a. Musik für Pina Bausch