Im November war Kenneth Rogoff, einer der führenden Finanzexperten der Welt, in München, um den Preis Distinguished CES Fellow 2014 entgegenzunehmen und einige Vorlesungen an der Ludwig-Maximilians-Universität und im ifo Institut zu halten. Dabei plädierte der Harvard-Professor und ehemalige Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds für die völlige Abschaffung von Papiergeld.

Leicht hätte Rogoffs Lebensweg aber auch eine ganz andere Richtung nehmen können, als er mit 16 die Schule abbrach, um sich als Schachprofi durchzuschlagen. Bei der Studentenolympiade 1970 in Haifa führte der 17-Jährige die USA zum Sieg, er und ich hatten am Spitzenbrett gemeinsam das beste Ergebnis. Er lebte von Preisgeldern und Blindsimultanvorstellungen, bei denen er gegen bis zu 25 (sehende!) Gegner gleichzeitig spielte. Als ihm 1978 der Titel als Internationaler Großmeister verliehen wurde, hatte er vorher, quasi en passant, sein Studium mit summa cum laude abgeschlossen.

Ken, der sich auch heute noch ein ebenso erfülltes Leben als Schachspieler hätte vorstellen können, liebt und "kann" Schach immer noch. 2012 erreichte er gegen den Weltmeister Magnus Carlsen trotz jahrzehntelanger Pause als aktiver Spieler in einer Blitzpartie (fünf Minuten für die ganze Partie) ein hochverdientes Remis. Unglaublich!

Mit welchem herrlichen Zug gewann er 1971 in einer Blitzpartie gegen Mario Bertok in Sarajevo mindestens die schwarze Dame?

Lösung aus Nr. 53/2014:

Gewinnt Weiß am Zug? Oder Schwarz mit seinem Riesenfreibauern? Oder keiner von beiden? In der Tat keiner. Nach 1.Th7! a1D! (1...Ka5? 2.Th8! nebst 3.Ta8) 2.Txb7+ Ka3 3.Ta7+ Kb4! (nicht 3...Kb2? 4.Txa1 mit Gewinn) 4.Txa1 ist es patt – also Remis!