Die Padma ist ein gewaltiger Strom, der sich durch Bangladesch wälzt und sich in den Golf von Bengalen ergießt. Genau genommen ist es der Hauptarm des mächtigen Ganges, doch die Menschen in Bangladesch nennen ihn Padma. Der Fotograf Sarker Potrick, der in Bangladesch aufgewachsen ist, reiste entlang des Flusses und dokumentierte, wie sich die Padma mit jedem Hochwasser weiter ins Land frisst, wie sie Häuser zerstört, ja ganze Dörfer verschlingt. "Über den Fluss und das verlorene Land" heißt Potricks Bildessay.

Bangladesch ist eines der Länder der Welt, die vom Wasser leben und gleichzeitig vom Wasser immer wieder bedroht werden. Mal sind es gewaltige Sturmfluten, mal sind es Überschwemmungen biblischen Ausmaßes. Die Macht des Wassers ist ein Teil des Lebens der Bangladescher. "Wenn der Monsun kommt, dann wird der Fluss zum reißenden Strom und nimmt alles mit sich", sagte Potrick. "Die Erosion um das Flussbett schafft mehr Leid als die reine Überschwemmung. Die Flut zerstört vielleicht 'nur' die Ernte, aber die Erosion reißt alles mit sich und lässt nichts zurück."

Viele Menschen sind vom Ufer des Flusses geflohen, doch Potrick traf immer noch andere, die hier ausharren. Sie sind gleich mehrfach Überlebende. Die in helles, fast unwirkliches Licht getauchten Fotos Potricks zeigen die Anwohner der Padma nicht wie passive Opfer einer immer wiederkehrenden Naturkatastrophe, sondern eher wie Menschen, die versuchen, mit dem Fluss zu leben – und darüber zu amphibischen Wesen werden.