Worum geht es in der aktuellen ZEIT? Was sind die wichtigsten Themen? Diese stellen ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo und der stellvertretende Chefredakteur Bernd Ulrich Ihnen hier vor.

Ist "Weltflucht" nicht ein gutes Thema für eine Titelgeschichte, die zwischen den Jahren erscheint? Weit mehr als das! Denn für eine wachsende Zahl von Menschen wird es zu einem echten Lebensprojekt, sich von der Welt abzuwenden. Sie lesen Magazine wie Landlust, sie machen Handarbeit und Gartenarbeit, sind sich selbst genug und wollen von all dem da draußen, von den beunruhigenden Nachrichten nichts mehr wissen. Wer würde das nicht verstehen? Aber geht das überhaupt, kostet es nicht ungeheuer viel Energie, nicht hinzusehen, sich nicht einzumischen? Unsere Autorin Julia Friedrichs hat die Weltflüchtlinge besucht und weiß nun die Antwort.

Das Dossier widmet sich in dieser Ausgabe Menschen, die normalerweise gerade nicht in die Zeitung kommen, weil an ihnen nichts Besonderes zu sein scheint. 900.000 Menschen sterben jedes Jahr in Deutschland, neun von ihnen erhalten bei uns einen Nachruf, und es zeigt sich, dass das Besondere eine Frage des Blickwinkels ist. Jeder Mensch ist besonders, man muss es nur zu sehen verstehen.

Unser Feuilleton hat diesmal etwas ganz Ungewöhnliches gemacht, etwas geradezu Obzönes: das Feuilleton der ZEIT ist unter sein Niveau gegangen, es hat sich zum profanen Bleigießen getroffen, um dann wiederum nach allen Regeln der Kunst auszudeuten, was dieses Ding im Wasser denn nun darstellen soll. Einen Menschen? Ein Gespenst? Oder doch eine Leiche? Einen herrschaftsfreien Diskurs? Herausgekommen ist ein ironisches Selbstportrait unserer Feuilletonisten.

Auch die Politik experimentiert, sie hat alle Seiten freigeräumt für Fotos. Nach der schier unbewältigbaren Bilderflut des Jahres 2014 wird in dieser Ausgabe die Flut angehalten, Fotos werden präsentiert, die Geschichten erzählen und die sich auf ganz andere Art als in unserem journalistischen Alltag mit den Krisen, Dramen und Wundern dieses merkwürdigen Jahres befassen.

Gewünscht wird natürlich auch, und zwar auf der Fußballseite. Thomas Assheuer beispielsweise preist dort die Anarchie des abwegigen Balles und hofft, dass es auch im nächsten Jahr nicht gelingt, dem unberechenbaren Spiel Fesseln anzulegen und es vollends seiner ökonomischen Verwertung zu unterwerfen.

Wir werden oft gefragt, wie man außerhalb von Hamburg den Hamburg-Teil der ZEIT bekommen kann. Das geht, wenn man die App kauft, in der alle Lokalausgaben enthalten sind. Diesmal beschäftigen sich die Kolleginnen und Kollegen mit etwas, das in Hamburg als vollkommen exotisch gilt: mit Schnee.

Sie sehen, dies ist eine der ungewöhnlichsten Ausgaben des Jahres. Und noch etwas Ungewöhnliches geschieht: Wir gehen in Urlaub, beide zugleich. Darum gibt es den nächsten Newsletter erst am 15. Januar. Kommen Sie gut ins neue Jahr und bleiben Sie bei uns!

Die aktuelle Ausgabe der ZEIT können Sie hier online oder am Kiosk kaufen.