Herr Sirch hat sich beschwert. Er sehe sich in falsches Licht gerückt, von der ZEIT. Die schrieb am 17. Dezember 2014: "Einer von denen, die zu den Pegida-Veranstaltungen kommen, ist der Dresdner Hans-Jürgen Sirch, 74, pensionierter Chemiker, katholisch, Wähler der CDU. Bislang." Es folgten etliche Meinungen Sirchs, deren Wiedergabe er nicht bemängelt, wohl aber die spätere Formulierung, "den Takt" bei Pegida gäben "Leute wie Bachmann, Däbritz, Tillschneider und Herr Sirch" vor. Das klinge, als sei er Pegida-Aktivist. "Die Folgen sind nicht absehbar, egal, von welcher Seite. (...) Ich bitte Sie hiermit, in geeigneter Form diese für mich unglückliche Verortung meiner Person bei Pegida zu korrigieren."

Das soll hiermit geschehen. Die ZEIT-Reportage Neues aus der Tabuzone hatte viele Autoren. Herr Sirch war zum Zeitpunkt unseres Gesprächs auf einer einzigen Pegida-Kundgebung gewesen, ich auf noch keiner. Das holte ich am 22. Dezember nach. Viele Pegida-Zuläufer mögen sich politisch ernsthaft sorgen, doch das Niveau der Reden war bescheiden bis pöbelig. Man erfuhr, dass der Pfaffe Gauck ständig neue Kriegseinsätze plane und dass die Pfaffentochter und FDJ-Sekretärin Merkel am 9. November 1989 in der Sauna gewesen sei. STASISAU!, brüllte die Menge, LÜGENPRESSE! VOLKSVERRÄTER! Von fern zwitscherten die Gegendemonstranten: PEGIDA, NAZIPACK, WIR HABEN EUCH ZUM KOTZEN SATT! Der Oberpegidist Bachmann ließ deutsche Weihnachtslieder singen und spendete den Segen: Ihr seid so geil! Das christliche Abendland jauchzte: WIR SIND DAS VOLK! WIR KOMMEN WIEDER!

Ich auch. Ich nicht.