Es ist ein Jammer, sagt der Landesrechnungshof. Wieder ein Jahr vergangen, in dem der Senat Millionen Euro ausgegeben hat, die jeder Rechnungsprüfer lieber für eine private Drei-Etagen-Villa am Elbhang beiseite gelegt hätte.

Die Busbeschleunigung: viel zu teuer. Der Ärger ist verständlich, zumal weiterhin nicht klar ist, ob sich außer dem politischen Streit je etwas beschleunigen wird.

Das Schauspielhaus: Die Sanierung, angesetzt auf 16,5 Millionen Euro, kostete bis vergangenen Juli 24,6 Millionen. Furchtbar, schon wieder so eine elbphilharmonische Fehlkalkulation, nur eben ein bisschen kleiner.

Bei der Kritik am Ausbau des Aßmannkanals und der Rathauswettern in Wilhelmsburg aber muss man dem Landesrechnungshof widersprechen: Damit Besucher der Landesgartenschau das Gelände auch per Schiff erreichen konnten, mussten die Kanäle barkassentauglich gemacht werden. Nur dass nie Barkassen auf den Kanälen fuhren. Den Betreibern war die Lage zu unsicher, sie zogen ihr Angebot zurück. Die Kanäle gehören nun den Enten. Für sie bezahlte die Stadt 13 Millionen Euro. Für die Kanäle. Nicht die Enten.

Nun könnte man sagen: 13 Millionen Euro für ein Enten-Funsport-Areal, das ist doch verrückt! Aber so eine Haltung wäre politisch kurzsichtig. Denn diese Investition hat Signalwirkung! Überall auf der Welt werden Tiere davongejagt, wenn der Mensch sich ausbreiten will. In Hamburg nicht. In Hamburg bekommen Tiere einen Kanal gewidmet, und sie müssen deshalb noch nicht einmal besonders medientauglich sein. Aus einer Ente lässt sich nur schwer ein Walross machen, ein Eisbär schon gar nicht.

Wenn sich die Kanalsache also herumspricht, werden Tiere aus aller Welt nach Hamburg ziehen. Die Elefanten werden von Süden über die Elbbrücken trotten, russische Bären aus dem Osten über den Horner Kreisel schlurfen. Die Touristen kämen in Scharen.

Nur der "König der Löwen" hätte ein Problem. Er bekäme Konkurrenz. Aber Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft.