Mobilfunkanbieter waren schon immer Meister der Verwirrung. Die Kombination von billigem Handypreis ("für nur einen Euro") mit Verträgen voller Variablen wie Datenmengen, Laufzeiten und Aktivierungsgebühren machen Preis-Leistungs-Vergleiche nahezu unmöglich. Dafür werden sie von Verbrauchern gehasst, von anderen Branchen aber so bewundert, dass sie die Idee nun kopieren.

Die Kette Electronic Partner bewarb kürzlich Miele-Waschmaschinen für 799 Euro, wie Leserin Martina W. auffiel. Der Clou: 200 Euro Rabatt sollte erhalten, wer ein Waschmittelabo über zwei Jahre abschließt. Das Waschmittel (Eigenmarke von Miele) kostet, auf die gesamte Laufzeit bezogen, 286 Euro.

Wer jetzt bemerkt, dass er ja ohnehin Waschmittel brauche und nur mit der Differenz von 86 Euro rechnet, steckt schon in der Psychofalle. Erstens denkt er dann bereits über das Waschmittel nach und gar nicht mehr über die Waschmaschine, die er eigentlich kaufen wollte. Zweitens kostet das Waschmittel genau so viel beziehungsweise sogar mehr als klassische Markenprodukte. Und drittens ist unvorhersehbar, ob das Billigpulver eines Discounters nicht womöglich mehr leistet. Ein Wechsel während der zweijährigen Laufzeit würde jede schöne Rechnung zerstören.

Man darf außerdem gespannt sein, in welchem Zustand die insgesamt versprochenen sechs Packungen Voll- und 14 Flaschen Colorwaschmittel bei den Abonnenten eintreffen. Das soll nämlich "halbjährlich" geschehen, wobei rechnerisch dann stets eine halbe Packung und eine halbe Flasche mit dabei sein müsste. Aber genug der Mathematik: Wer rechnen will, kauft ja ohnehin Computer. Und keine Waschmaschinen.