Wer Russlands Politik verstehen will, muss sie als "Russlandversteherin" auch verteidigen? Keineswegs. "Verstehen heißt doch nicht automatisch für gut befinden", schreibt Gabriele Krone-Schmalz im Vorwort ihres neuen Buches . "Wer etwas versteht, begreift Zusammenhänge, kennt Hintergründe und hat auf dieser Basis die Chance, zu erklären, was vorgeht." Wo sie recht hat, hat sie recht.

Dennoch ist es nicht so einfach, nicht in die Falle der Apologetik von Russlands Politik zu geraten. Dass die frühere Moskau-Korrespondentin der ARD Krone-Schmalz diese Falle weder sieht noch fürchtet, zeigt schon der Untertitel ihres Buches: Der Kampf um die Ukraine und die Arroganz des Westens. Er legt ja nahe, in der Arroganz des Westens eine entscheidende Voraussetzung zu sehen, um Verständnis für die Art und Weise zu entwickeln, wie Russland mit der Ukraine umgeht. Die Arroganz des Westens kann aber keine Rechtfertigung sein für Russlands aggressives Eingreifen in die inneren Konflikte der Ukraine.