Laut schreiend vor überschäumender Freude stürmten sie auf die Bühne, um den Siegerpokal zu empfangen – noch nie gab es bei einer Schacholympiade einen solch ungehemmten Ausbruch der Gefühle. Und vielleicht noch erstaunlicher, es waren Chinesen, sonst eher für ihre Beherrschung der Emotionen bekannt. China hatte bei der Schacholympiade in Norwegen überraschend die Goldmedaille gewonnen, vor 173 Konkurrenten, darunter Riesen wie Russland, Indien und die USA. Der Schlüssel zu ihrem Erfolg war wohl ihre Einheit: Sie aßen zusammen, sie gingen zusammen spazieren, ja sie teilten sogar ihre Eröffnungsgeheimnisse, obwohl sie außerhalb von Mannschaftswettbewerben natürlich auch Rivalen sind.

Oder half auch ein "gesunder" Aberglaube? Jedenfalls trugen sie ab der vierten Runde immer die gleichen gestreiften Polohemden, die sehr an die Kleidung Gefangener erinnerten. Jeder hatte davon nur eines dabei, Erfolg kann schon einmal stinken! Der Erfahrenste im Team war der 31-jährige Ni Hua, der die anderen einte und anspornte. Mehrmals deutete er an, dass dies seine letzte Olympiade sei, schließlich hatte er sein Land schon 114 Mal vertreten. Und er hielt Parallelen zum Fußball bereit: Philipp Lahm spielte 113 Mal für Deutschland, Steven Gerrard 114 Mal für England. Einen wichtigen Sieg erzielte er gegen den Aserbaidschaner Gadir Guseinov. Guseinov als Weißer gab hier nach 1.Kf7 Kxg5 auf. Doch wie hätte Ni Hua nach 1.h7 gewinnen können?

Lösung aus Nr. 7:

Welcher Coup setzte Schwarz die Pistole auf die Brust: "Matt oder Damenverlust"? Nach 1.Sf6+! gab Schwarz schon auf, weil 1...Sxf6 2.Dh8 gleich matt ist und die Verzweiflungstat 1...Dxf6 2.Lxf6 die Dame verliert