Unmittelbar vor dem Genfer Automobilsalon überraschte BMW mit einer Nachricht: Man werde 2015 insgesamt 8.000 Leute einstellen, hieß es aus dem BMW-Vorstand. Der Konzernchef Norbert Reithofer mochte in Genf zwar keine genauen Zahlen bestätigen. Was aber zu erfahren ist: Die Mehrzahl der neuen Mitarbeiter soll in der Produktion eingestellt werden. Es gehe aber auch um einige Hundert Softwareentwickler und viele weitere IT-Fachleute.

Auf die sind klassische Autohersteller wie BMW immer öfter angewiesen. Die Konzerne müssen zurzeit nicht nur die herkömmlichen Verbrennungsmotoren optimieren und ihre Elektroautos weiterentwickeln, sondern auch die Vernetzung und Automatisierung des Autos voranbringen. "Schon heute werden 25 Prozent der Neuwagen vernetzt ausgeliefert", sagt Matthias Wissmann, Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), "in zwei, drei Jahren werden es 85 Prozent sein."

Es geht dabei nicht nur um klassisches Infotainment, sondern auch um intelligente Assistenzsysteme für mehr Sicherheit und automatisiertes Fahren. Das Auto erzeugt dabei Daten in immer größeren Mengen. Um mit Netzkonzernen wie Apple oder Google mitzuhalten, müssen die Autobauer entsprechende Fachleute an Bord holen.

Dass am Ende tatsächlich 8.000 Jobs bei BMW neu geschaffen werden, ist allerdings unwahrscheinlich. Denn unter den neu Eingestellten würden "einige Tausend" Leiharbeiter sein, die bislang schon in BMW-Werken wie Leipzig oder Regensburg beschäftigt gewesen seien, sagt ein Sprecher des Konzerns. Ihre feste Anstellung ist letztlich auf den Druck der Betriebsräte zurückzuführen.

Dennoch, zu den zurzeit 116.000 Konzernbeschäftigten von BMW könnten um die 6.000 Jobs tatsächlich neu hinzukommen, schätzt man bei BMW, die meisten davon in Deutschland. Die Konkurrenz nahm es in Genf allerdings gelassen. Die Bayern hätten "Nachholbedarf", stellt ein VW-Manager fest, und Daimler-Chef Dieter Zetsche spöttelte, BMW habe schließlich "dramatisch mehr temporär Beschäftigte" als sein eigenes Unternehmen.

Laut dem VDA gab es 2014 in der gesamten Automobilbranche drei Prozent mehr Beschäftigte als im Jahr zuvor. Wenn alles gut gehe, rechnet VDA-Chef Wissmann auch für 2015 mit "einem leichten Zuwachs".