Bei der CDU habe sich mit der Einführung des Elterngeldes und dem Kita-Ausbau erst die praktische Familienpolitik verändert, im Moment ändere sich zusätzlich der Ton, sagt Weinberg. Wenn Kollegen mal einen Spruch über Frauen machten, werde man gleich fragend angeschaut, sagt er, nach dem Motto: Darf man das eigentlich noch? Was sagt der Weinberg dazu? Spätestens seit den missglückten Dirndl-Komplimenten des früheren FDP-Fraktionschefs Rainer Brüderle seien die Kollegen verunsichert. Und weil Unionsfraktionschef Volker Kauder mit einem abfälligen Spruch über Schwesig (sie solle nicht "so weinerlich" sein) der Familienministerin zu steigender Beliebtheit verhalf, gilt auch arrogantes Dominanzgehabe gegenüber Frauen als toxisch für Männer, die noch etwas werden wollen.

Gleichzeitig, betonen Rix und Weinberg, begegneten sie kaum noch Frauen, die misstrauisch auf Männer schauten. Im Gegenteil: Unternehmerinnen oder Juristinnen lüden sie oft als Gäste zu ihren Stammtischen oder Netzwerk-Runden ein. Ihn störe nur, sagt Weinberg, "dass solche Frauenrunden immer gelobt werden und Männerrunden als böse Seilschaften gelten". Manchmal machen beide eben auch ganz vorsichtig Männerpolitik.

Beim Streit um Schwesigs Quotengesetz haben sie Anfang der Woche einen Formelkompromiss erzielt: Der Anteil von Männern soll laut Gesetz dort steigen, wo es bisher überwiegend Frauen gibt, zum Beispiel in Kindergärten. Aber die Gleichstellungsbeauftragten müssen sich nur kümmern, wenn Männer diskriminiert werden. Gibt es dafür denn Beispiele aus dem öffentlichen Dienst? Wenn man die Frauenpolitiker danach fragt, fällt ihnen keines ein.