In den bedrängten Verhältnissen, in denen ihre Familie lebte, war kein Geld für ihre Bildung übrig. So lernte sie nur lesen, schreiben und rechnen, nahm früh eine Arbeit an und trug zum Unterhalt bei. Als Bittstellerin begegnete sie dem Mann ihres Lebens. Die beiden verliebten sich Hals über Kopf; mehrere Rechnungen für Reparaturen seines Bettes sprechen für ihre Leidenschaft. Als sie schwanger wurde, wollte er sie in sein Haus aufnehmen, gab aber zunächst dem moralischen Druck nach und quartierte sie vor der Stadt ein. Schließlich lebte sie doch bei ihm. Obwohl ihre Verbindung missbilligt wurde, hielten sie an ihrer "wilden Ehe" fest. Die lebensfrohe und praktische Frau erwies sich schnell als vorzügliche Köchin, sie sorgte für Behaglichkeit, der er sich beizeiten nur allzu gerne hingab. Auch wenn er der häuslichen Enge manchmal entfloh, zu einem neu gewonnenen Freund reiste oder sich eine Kur genehmigte, aus der Ferne forderte er immer wieder ihre Leckereien an und erhielt sie auch per Post.

Das "Geschöpf, das in glücklicher Gelassenheit den engen Kreis seines Daseins hingeht", liebte das Theater, tanzte leidenschaftlich gern und war einem Flirt nicht abgeneigt. Als Feinde in sein Haus eindrangen, soll sie ihm das Leben gerettet haben. Aus Dank, vielleicht auch aus rechtlichen Erwägungen, heiratete er sie. Nun war sie eine Frau von Stand, aber keineswegs von der besseren Gesellschaft akzeptiert. Ihre letzten Ehejahre trübten Eifersüchteleien, obwohl er ihr treu blieb, trotz aller "Äugelchen", wie er Liebeleien nannte. Wer war’s?

Lösung aus Nr. 12:

François Hollande, geb. 1954 in Rouen, Politiker der PS (Sozialistische Partei), ist seit Mai 2012 der 24. Staatspräsident Frankreichs. Er war unter anderem Bürgermeister von Tulle und hat mit seiner früheren Lebensgefährtin Ségolène Royal vier Kinder