Mandarinen kommen in einem perfekten Zustand aus der Dose: Keine weißen Teile sind zu sehen, selbst die Häutchen sind vollständig entfernt – es ist das pure, süße Fruchtfleisch. Der weitaus größte Teil der Weltproduktion stammt aus China, aber es sind keine Heerscharen von unterbezahlten chinesischen Arbeiterinnen, welche die Häute entfernen, es ist die reine Chemie.

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In den Fabriken werden die Mandarinen zunächst geschält. Das geschieht oft wirklich von Hand, manchmal aber auch mithilfe von Gummiwalzen. Ein starker Wasserstrahl teilt die Früchte dann in die einzelnen Segmente auf, danach kommen sie tatsächlich in ein ätzendes Bad mit Salzsäure.

Das klingt aber schlimmer, als es ist. Bei Säure kommt es auf die Konzentration an – und in der Mandarinenfabrik ist die Salzsäure stark verdünnt, auf 0,3 Prozent. Da kann man sogar die ungeschützte Hand hineinhalten, wie ein chinesischer Firmenvertreter in der Kabel-eins-Sendung Abenteuer Leben demonstrierte.

Etwa eine halbe Stunde bleiben die Mandarinenstückchen im Säurebad, dann ist das Weiße weg und ebenso die Haut. Damit nicht auch das kostbare Fruchtfleisch weggeätzt wird, folgt ein Bad in ebenfalls stark verdünnter Natronlauge, das die Salzsäure neutralisiert. Dann werden die Mandarinenstückchen noch einmal mit Wasser gespült, um eventuelle Reste von Säure und Lauge zu entfernen.

Diese "chemische" Art der Produktion ist im Übrigen keine chinesische Spezialität. Auch in Spanien, dem Land mit der zweitgrößten Mandarinenproduktion, werden Dosenfrüchte auf diese Weise behandelt.

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