Das Erbe des Käfer-Konstrukteurs Ferdinand Porsche (1875 bis 1951) zusammenzuhalten gilt bis heute als oberstes Gebot unter den mittlerweile mehr als 60 Porsches und Piëchs. In der zweiten Generation baute Sohn Ferry Porsche die Sportwagenschmiede in Stuttgart auf, während sich die Tochter Louise Piëch um den Autogroßhandel in Salzburg kümmerte. Doch schon in der Enkelgeneration, beide hatten je vier Kinder, krachte es immer wieder. Meist gehörte Ferdinand K. Piëch zu den Protagonisten. Vor allem zwei Machtkämpfe sind Legende.

Das erste Mal richtig rund ging es 1970/71 im "Stuttgarter Erbfolgekrieg". Die Enkel – Ferdinand Piëch und mehrere Porsches – stritten sich um das Sagen in der Sportwagenschmiede. Nachdem selbst ein Psychologe keinen Frieden stiften konnte, entschieden die damaligen Seniorchefs, Ferdinands Mutter Louise Piëch und ihr Bruder Ferry Porsche, dass künftig keiner ihrer Sprösslinge mehr Manager in Stuttgart sein sollte. Ferdinand Piëch zeigte dann bei Audi seinen Cousins, wer wirklich was vom Autogeschäft versteht.

Heftig prallten Ferdinand Piëch und Wolfgang Porsche auch im Jahr 2009 aufeinander. Wolfgang, Sprecher des Porsche-Zweigs, kämpfte an der Seite des damaligen Porsche-Unternehmenschefs Wendelin Wiedeking, als der versuchte, Volkswagen zu übernehmen. Piëch schlug sich auf die Seite der Wolfsburger. Mit seiner geschickten Bündnispolitik – er zog die VW-Betriebsräte und die große Politik auf seine Seite – triumphierte letztlich Piëch. Unter Tränen musste Cousin Wolfgang in der Zuffenhausener Porsche-Zentrale der versammelten Belegschaft verkünden, dass die Sportwagenschmiede künftig zu VW gehören werde und nicht umgekehrt. Zwar wurden am Ende beide Familienzweige damit erst richtig reich, aber die verlorene Schlacht tut den Porsches bis heute in der Seele weh.