Für Gold haben sich Menschen schon immer die Köpfe eingeschlagen. Auch heute streiten sie um die Frage, ob man in Gold investieren sollte. Meiner Meinung nach ist das eine pure Glaubenssache. Wenn man aber davon ausgeht, dass Werbeprofis neue Trends früh erkennen und vorwegnehmen, kann man nur sagen: Finger weg vom Gold!

In der Konsumwelt hat Gold nämlich mittlerweile bloß noch den Rang von splittrigen Bauholz-Resten. Man erkennt das an Kreditkarten oder an den Vielfliegerprogrammen der Fluggesellschaften. Die haben ihre Kunden immer schon klassifiziert, um besonders eifrigen Geldausgebern einzureden, sie seien besser und/oder wichtiger als andere. Als Ausweis dienten zahlreiche Bronze-, Silber- und Gold-Karten. Irgendwann jedoch hatten sich sehr viele Kunden zum Gold-Status hochgekauft oder -geflogen. Dann brauchten die Unternehmen ein neues Ziel, das sie den Kunden vor die Nase halten konnten wie dem Esel die Möhre. Das war der Platin-Status. Und dann wurde es schwierig.

Ich kenne einen Konferenzveranstalter, der Tickets in diversen Kategorien anbietet, wobei Gold die billigste ist. Auch goldene Kreditkarten bekommt man nachgeschmissen, die Top-Produkte von Amex oder Visa sind heute längst schwarz, ebenso die Hon-Circle-Karte der Lufthansa. Schwarz ist das neue Gold.

Bei der Luftfahrtallianz One World haben sie die Edelmetalle bereits durch Edelsteine ersetzt. Rubin, Saphir und Smaragd lauten dort die Kundenklassen. Clever, aber das Problem bleibt: Irgendwann wird man den Diamant-Status einführen müssen. Und danach könnten allenfalls Edelgase weiterhelfen. Wer kann seinen Kunden schon einen Argon-, Helium- oder gar Krypton-Status bieten?