Wer maßregelt endlich den SRF-2-Kultur-Redakteur, der Sting, ja, Sting!, in seinem Spartensender spielt? Wer hält eigentlich noch eine dieser gefühlsduseligen Club- Sendungen bis zum versöhnlichen Ende durch? Und wem hat der Arena- Dompteur seine neue Politmanege zu verdanken, durch die er wie ein gehetztes Rössli aus dem Zirkus Knie trabt? Keine Frage: Über die SRG und ihre Programme kann man sich vortrefflich ärgern.

Und nun kommt am 14. Juni eine Vorlage zur Abstimmung, welche den medialen Großkonzern im Mark trifft. Im Portemonnaie. Das revidierte Bundesgesetz über Radio und Fernsehen (RTVG) soll die Rundfunkgebühren neu regeln. Statt heute 451 Franken sollen alle Haushalte noch rund 400 Franken fürs SRG-Radiohören und -Fernsehen bezahlen. Dafür gibt es für Nichthörer und -gucker keine Ausnahmen mehr. Alle bezahlen. Auch die 62 Prozent der Firmen, die heute kneifen; kein Wunder, täubelt der Gewerbeverbandsdirektor mit einem Referendum gegen das neue Gesetz.

Doch im Abstimmungskampf wird kaum über Inkassofragen diskutiert. Dabei hat hierzulande kaum eine Firma einen schlechteren Ruf als die Billag und ihre Gebührenschnüffler. Nein, es geht ums große Ganze: den Service Public, was er soll und was er darf. Und die ersten Umfragen sehen die Vorlage in der Volksabstimmung scheitern.

Fröhlich versuchen sich Politiker und Verbandschefs als Programmdirektoren. Selbst Linke liebäugeln am 14. Juni mit einem Schuss vor den Bug der SRG, weil ihnen das Geflimmer und Gedudel nicht gefällt. Derweil wettern die Zeitungsverleger – einmal zu Recht! – gegen den SRG-Sturm-und-Drang ins Internet, wo der öffentlich-rechtliche Medienriese die Privaten konkurrenziert. (Dass mit der Swisscom ein zweiter Gigant, der zu 51 Prozent dem Staat gehört, in den Markt stapft, haben die Medienkönige erst vor Kurzem realisiert.) Und wer selber auf einer SRG-Payroll steht, flucht hinter vorgehaltener Hand über die bürokratischen Wasserköpfe, die dem journalistischen Fußvolk das Schaffen vergällen.

Aber eben: Am 14. Juni stimmen wir über eine Inkassovorlage ab. Über nicht mehr und nicht weniger. Wer nun aus Prinzip Nein sagt, der betreibt Symbolpolitik. Oder auf TV-Deutsch: Er schielt nur nach der Quote.