Lachen wir mehr, wenn andere Menschen lachen? Die Produzenten amerikanischer Fernsehkomödien waren lange Zeit dieser Ansicht. Es gibt auch wissenschaftliche Studien, die das bestätigen – angeblich regen die Spiegelneurone den einsamen Zuschauer auf dem Sofa zum Lachen an.

In den fünfziger Jahren wurden Sitcoms noch wie ein Theaterstück vor Publikum aufgeführt und mit einer Kamera abgefilmt. Das berühmteste Beispiel ist wohl I Love Lucy mit Lucille Ball. Das Gelächter war ein natürlicher Teil der Aufzeichnung.

Dann wurden die Produktionen komplizierter, es gab auch Außendrehs, und die ganze Sendung wurde im Schneideraum zusammengesetzt. Die Produzenten vermissten das Gelächter, und ein Mann namens Charley Douglass erfand die laff box – einen Kasten, der auf Knopfdruck Aufnahmen einzelner und kollektiver Lacher abspielte. Wie auf einem Musikinstrument ließ sich so eine maßgeschneiderte Lachspur komponieren. Denn ein ständig gleiches Konservengelächter hätte das Publikum wohl nicht akzeptiert.

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Douglass wurde mit seiner Lachkiste praktisch zum Monopolisten. Aber dann gingen Serien wie Friends und Seinfeld zurück zu den Wurzeln: Man zeichnete wieder vor Publikum auf. Oder aber man spielte die fertige Sendung einem Studiopublikum vor, dessen Gelächter dann aufgezeichnet wurde. Im Schneideraum wurde das Lachen dann allenfalls dezent mit Konserven "angefettet".

Heute gibt es immer weniger Shows mit Lachspur. Aber einige, etwa Big Bang Theory und Two and a Half Men, werden immer noch vor Publikum gefilmt. Wer heute diese Sitcoms sieht und Lacher hört, der kann ziemlich sicher sein, dass die echt sind.

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