Menschen lieben den Rausch. Viele kennen das Hochgefühl, das High-Sein, diesen Zustand, der einen pusht, das Denken verändert, Gefühle verstärkt, freier und hemmungsloser macht. Das Down hingegen fürchten sie: Drogen können aggressiv und gewalttätig machen, kaum vorstellbare Ängste auslösen, in Kontrollverlust, Krankheit und Abhängigkeit führen. Schlimmstenfalls endet der Konsum tödlich. Und doch hören die meisten nicht auf damit.

Ist das krank? Seltener, als man denkt. Ist das verboten? Häufiger, als man glaubt. ZEIT ONLINE hat zusammen mit dem Global Drug Survey, der weltweit größten Drogenumfrage im Netz, seine Leser gefragt, was sie rauchen, trinken, kiffen, schlucken und einwerfen. 32 625 Frauen und Männer haben geantwortet. Keine Erhebung hat in Deutschland je mehr Menschen befragt, die Drogen nehmen.

Die beliebteste Droge ist, wenig überraschend, Alkohol. Fast jeder der Teilnehmer trinkt gern und viel, mancher zu viel. Zudem rauchte mehr als die Hälfte im Jahr vor der Umfrage.

Drei Viertel aller Befragten haben schon einmal illegale Drogen ausprobiert. Im Jahr vor der Umfrage griff die Hälfte mindestens einmal zu solchen Stoffen, die nur auf dem Schwarzmarkt zu bekommen sind. Besonders gefragt: Cannabis. Die Hälfte der Teilnehmer kiffte. 16 Prozent schnieften oder schluckten Ecstasy. Zwölf Prozent nahmen Amphetamine, neun Prozent koksten. Mit LSD schickten sich fünf Prozent auf einen Trip. Weitere drei Prozent vergnügten sich mit Lachgas.

Wer sind diese 32.000 Menschen? Sie sind jung, im Schnitt knapp unter 30 Jahre alt, gut ausgebildet. Mehr als die Hälfte hat einen Job, fast ein Drittel studiert noch. Sie leben überwiegend in Großstädten mit Partner oder in einer WG. Nur 22 Prozent wohnen allein. Wer Drogen nimmt, liegt nicht schon in der Gosse.

Für die meisten Teilnehmer des Surveys sind Drogen eine Frage des Lebensstils. Der ZEIT ONLINE-Drogenbericht ist nicht repräsentativ. Es geht um die Selbsteinschätzung von Drogenkonsumenten. Denn was sie berichten, kann helfen. Viele wissen nicht genug darüber, wie sie die eigenen Rauscherfahrungen besser kontrollieren können.

Einen sicheren Drogenkonsum gibt es nicht. Doch weniger schädlich, das ginge schon. Wer etwa Ecstasy nimmt, sollte nicht gleichzeitig Alkohol trinken. Grundsätzlich ist es eine schlechte Idee, Drogen zu mischen, weil dadurch neue, weit gefährlichere Substanzen im Körper entstehen.

Wer direkte Verwandte hat, die an Psychosen leiden, weil sie Drogen genommen haben, sollte nicht kiffen. Selbst für vermeintlich weniger gefährliche Drogen ist es ratsam, mit ganz niedrigen Dosen zu beginnen. Hasch und Alkohol sollten keine ständigen Begleiter sein. Wer Drogen nimmt, sollte nicht vergessen, zu essen und zu trinken. Solches Verhalten ist wichtig, vieles klingt banal, ist es aber nicht.

Wer das erwähnt, wird schnell falsch verstanden. Ist das nicht schon Aufruf zum Konsum? Verleiten solche Tipps dazu, Drogen auszuprobieren? Ausschließen lässt sich das nicht, im Zweifel schützen solche Ratschläge Menschen aber vor dem Absturz.