Yasmin Fahimi, die zuweilen etwas lederhosenhaft-zäh rüberkommende SPD-Generalsekretärin, hat sich alphornlaut über das Dirndl-, Weißwurst- und Gamsbart-Deutschland mokiert, das die Kanzlerin der Weltöffentlichkeit beim G-7-Gipfel auf Schloss Elmau präsentierte. Das sei ein bisschen viel Disneyland gewesen, meinte die Hannoveranerin.

Natürlich hätte die Kanzlerin der Welt auch das Alte-Männer-, Vereinsheim-, Üble-Laune-Deutschland zeigen können, das Fahimi von ihren Besuchen an der SPD-Basis bestens kennt. Aber das wäre dann ein bisschen viel Bochum-Hamme gewesen. Alternativ hätte die Kanzlerin Obi et orbi, also dem US-Präsidenten und dem Rest, auch das hennagefärbte, Macho-gebeutelte Frustrations-Deutschland vorstellen können, das sich über die Wahl einer Unbekannten zur SPD-Generalsekretärin mokiert. Aber das wäre dann ein bisschen viel Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen gewesen. Zur Not hätte es ja auch das doppelverdienende, im renovierten Altbau wohnende Rollkragenpullover-Deutschland sein können, das genau weiß, dass man Wahlen nur mit linkem Profil gewinnt. Aber das wäre dann ein bisschen viel Funktionärs-SPD gewesen. Und was lernen wir daraus? Dass die SPD entschieden zu wenig Weißbier trinkt.