Ruth Fend war einige Jahre in China unterwegs: als politische Korrespondentin und als passionierte Topfguckerin. Ihr Buch Wok ’n’ Roll liefert viel Landeskunde, vor allem schildert die Autorin aber ihre kulinarischen Exkursionen, ihre Küchenerfahrungen beim Schälen, Schnippeln und Abschmecken. Sie führt durch traditionelle Spezialitätenrestaurants, ärmliche Wohnküchen, daoistische Teestuben, über Fischmärkte und zu mobilen Garküchen. Das Angebot ist so vielfältig, wie die Regionalküchen Chinas es sind. Da gibt es dezent gewürzten Seetang-Salat auf kantonesische Art, pfefferscharfes Kaninchen mit Selleriestreifen nach Sichuaner Rezept oder gefüllte Hefeklößchen, so honigsüß, wie man es in den Nordprovinzen mag. Für uns ist der illustrierte Band zumindest ein literarischer Leckerbissen, anschaulich verfasst und nützlich durch eingestreute Rezepte.