Der Wind kann machen, was er will: Neil Dawsons Tuch, delikat auf einer Hügelkuppe von Gibbs Farm in Neuseeland platziert, bleibt unbeweglich, so luftig und flatterhaft es auch aussehen mag. Nur seine Farbe ändert sich je nach Wetterlage, weil man durch den Stahlrahmen hinaus in den Himmel schauen kann. Vielleicht trägt die Skulptur daher den Namen Horizons. Gibbs Farm dient nicht der Rinderzucht, auch wenn die Bisons am Fuß des Tuches einen leicht auf die falsche Spur bringen können. Die Farm ist ein 400 Hektar großes Gelände, auf dem sich rund 30 Kunstwerke gefällig verteilen, darunter monumentale Arbeiten von Richard Serra, Daniel Buren und Anish Kapoor. Die Kunsthistorikerin Silvia Langen stellt das Areal und seinen Besitzer, den Unternehmer Alan Gibbs, im Bildband Die Kunst liegt in der Natur vor. Für den hat sie rund um die Welt 25 Skulpturenparks besucht, in denen Landschaft und Installationen auf einmalige Weise zusammenpassen. Eine fantastische Reise, die von den USA und Brasilien über viele europäische Stationen bis nach Indien, Japan und schließlich Neuseeland führt.

Silvia Langen: Die Kunst liegt in der Natur. Spektakuläre Skulpturenparks und Kunstlandschaften Prestel Verlag, München 2015; 208 S., 49,95 €