Das Bierbike ist ein Gefährt mit gewissen Vorzügen. Da ist zum einen die Geselligkeit. Um ein holzgetäfeltes Inneres versammelt sich eine meist fröhliche, häufig ausgelassene Gruppe von Freunden, meist Männern, und verbringt ein paar Stunden miteinander. Ein anderer Vorzug ist die Multifunktionsfähigkeit. Die meist ausgelassene Gruppe kann sich durch einen gruppendynamischen Effekt (Treten der Pedale) vom Fleck bewegen. Sie kombiniert also eine Stadtrundfahrt ("Ey, Alter, das ist ja sooo geil hier! Öiiiööööö") mit einem geselligen Trinkabend ("Von der Mitte zur Titte zum Sack, zackzack!"). Die Haupttätigkeiten auf einem Bierbike sind: Schunkeln. Strampeln. Johlen. Gröhlen. ("Humba Humba Humba Tätärä".)

Diese rollenden Tankstellen für Vergnügungsspaßvögel ("Wir hauen in Hamburg mal so richtig auf die Kacke!") will die Stadt nun verbieten. Laut Bundesverwaltungsgericht sind Bierbikes verkehrsfremd, weil sie nicht den "straßenrechtlichen Gemeingebrauch" erfüllen.

Hamburg ist eine liberale Stadt. Eigentlich sollte sie ihrem höchsten Gut, den Touristen, keine Freude verwehren (sie macht es ja auf der Reeperbahn auch nicht, wo ähnliche menschliche Aggregatzustände zu bewundern sind). Aber in diesem Fall tut die Stadt gut daran, hart durchzugreifen. Denn Hamburg will ja seinem zweithöchsten Gut, den Einwohnern, entgegenkommen und eine Fahrradstadt werden. Und das lässt sich nun mal nicht vereinbaren mit Radfahrern, die ein Rad abhaben.