Nur um das gleich klarzustellen: Nein, ich bin nicht dabei. Ich nehme nicht teil am gesellschaftlichen Höhepunkt des Frankfurter Jahres 2015, an diesem festlichen Mittagessen, bei dem sich nächste Woche die wichtigsten Köpfe Frankfurts im Kaisersaal des Rathauses auf dem Römerberg versammeln werden. Bis zu hundert Gäste können kommen, so war es zu lesen, und die Nachfrage übersteigt das Angebot bei Weitem. Das Verlangen, teilhaben zu dürfen, wäre wohl selbst dann nicht größer, wenn Eintracht Frankfurt ins Finale der Champions League einzöge. "Da fangen dann sogar alte Männer an zu heulen, wenn man ihnen sagt, dass sie dabei sind", zitierte die Frankfurter Allgemeine Zeitung dieser Tage den Protokollchef der Hessischen Staatskanzlei.

God save our gracious Queen, Long live our noble Queen. Die Rede ist vom Staatsbesuch Queen Elizabeth II in der nächsten Woche. Am Donnerstag wird Großbritanniens Monarchin gemeinsam mit ihrem Gemahl Prinz Philip Frankfurt besuchen. Sie ist 89 Jahre alt, er 94 Jahre, und nach aktuellem Stand werden sie zusammen erst der Paulskirche eine Visite abstatten, später vom Balkon des Römers dem Volk zuwinken – und zwischendurch mit ebenjenem Mittagessen geehrt. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier wird dabei sein, Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann sowieso, aber wer sonst noch? Das ist die große Frage, die Frankfurts Society umtreibt, seit der Besuch bestätigt wurde. Welche Banker dürfen zum Beispiel als Repräsentanten des Finanzplatzes teilnehmen? Immerhin kommt die oberste Regentin des größten europäischen Konkurrenten – London – zum ersten Mal seit ihrer Krönung 1953 an den Main.

Und wer wird sonst noch aus der Frankfurter Finanzwelt beim Lunch erwartet? Der eine oder andere Name ist zu hören, aber die Frage wird diskret behandelt. Die Deutsche Bank enthielt sich eines Kommentars. Sie ist das größte Haus am Platze, da böte es sich an, dass einer ihrer Chefs kommt. Es fragt sich dann allerdings, welcher. Anshu Jain ist Brite und formal noch im Amt, aber er verlässt die Bank Ende Juni. Schwierig. Sein Nachfolger John Cryan ist ebenfalls Brite, aber zum Zeitpunkt des Mittagessens noch nicht offiziell Vorstandsvorsitzender. Verflixt. Jürgen Fitschen könnte, der ist im Amt, und das bis 2016. Möglich ist natürlich auch, dass die Herren denken: Leute, wir haben gerade andere Sorgen. Aber wer weiß, vielleicht sind sie auch gar nicht gefragt worden. We’ll see – wir werden sehen.