Manchmal ist Technik sogar schädlich. An Smartphones wird das besonders deutlich. In den Geräten werden Rohstoffe verbaut, für deren Gewinnung Kriege geführt und Menschenrechte verletzt werden. Von den Arbeitsbedingungen in der Produktion ganz zu schweigen. Und weil die Technik sich so schnell entwickelt und die neuesten Apps oft nur auf neuen Geräten funktionieren, schaffen sich viele Nutzer alle paar Jahre ein neues Handy an. Ressourcensparend ist das nicht. In Zukunft könnte es sein, dass auch Waschmaschinen und Kühlschränke häufiger ausgetauscht werden müssen, sagt Siegfried Behrendt, Nachhaltigkeitsexperte am Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung in Berlin. "Sobald Waschmaschinen mit dem Netz verbunden sind und per Software gesteuert werden, halten sie nicht mehr so lange. Die Innovationsdynamik ist zu groß", sagt er. So kurbelt das Internet der Dinge den Rohstoffverbrauch noch an.

Zudem steigt der Stromverbrauch, je mehr Technik wir nutzen. Schon jetzt liefen etwa zehn Kraftwerke in Deutschland nur, um die ganzen Informations- und Kommunikationsgeräte am Laufen zu halten, sagt Behrendt. Auf sie entfalle etwa ein Zehntel des deutschen Stromverbrauchs, in Zukunft könne es noch mehr werden. "Manche fürchten, das Internet entwickle sich so schnell, dass der Klimaschutz nicht hinterherkomme."

Er selbst ist da nicht ganz so skeptisch. Software und Vernetzung könnten auch für mehr Effizienz sorgen, sagt Behrend. Damit meint er nicht nur intelligente Netze, die helfen, Öko-Strom besser in den Markt zu integrieren, sondern auch den ganzen Sharing-Economy-Trend. Ob Carsharing oder Kleiderkreisel: Erst das Internet ermögliche es den Verbrauchern, Dinge effizient und komfortabel gemeinsam zu nutzen, statt sie für sich selbst neu anzuschaffen.

Wenn Apps zum bewussten Konsum, Sharing-Plattformen und Effizienzgewinne so viele Ressourcen einsparen, dass der wachsende Strom- und Rohstoffbedarf der Technik dadurch mehr als ausgeglichen wird – dann hätte das Internet unsere Gesellschaft tatsächlich ökologischer gemacht.

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