Die CDU ist diese Woche 70 Jahre alt geworden. Gern hätten wir ihr eine Heizdecke, eine Schnabeltasse, eine Familienpackung Kukident-Haftcreme oder sonst etwas geschenkt, was man 70-Jährigen so schenkt, die 55 Jahre lang die Größten waren, 46 Jahre das Kanzleramt besetzt hielten und jetzt so erschöpft sind, dass sie nicht mehr wissen, wo sie herkommen, wo sie hinwollen und ob sie nun auch noch schwul werden müssen, um mehrheitsfähig zu bleiben. Wir haben uns dann doch für ein Quarkbrot entschieden.

Auf die Idee mit dem Brot kamen wir, als wir die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung lasen, die sich jüngst zur Sonntagszeitung herunterschrumpfte, demnächst wohl Die Zeitung heißen wird, um sich dann zu Das Medium zu verdichten. Zwischen Griechen-Elend und Tunesien-Terror begab sich die FAS an prominenter Stelle in die Küche mit Katrin Göring-Eckardt. Zum Quarkbrotbacken und Nusskuchen-Rezepte-Austausch. Vielleicht ist so ein Grexit ja leichter verdaulich, wenn man eine Messerspitze Zimt dazugibt. Und viel mehr zu Euro-Rettung und Weltfrieden können die Grünen derzeit ohnehin nicht beitragen als 500 Gramm Magerquark. Mit Brot à la Katrin weiß die CDU jetzt wenigstens, was der Wähler von der vermeintlichen Innovation Schwarz-Grün hält: schmeckt wie früher.