In der vergangenen Woche trafen sich in San Francisco Entwickler, Produzenten und Investoren zur Solid Conference 2015. Auf dieser Messe für "Hardware, Software und das Internet der Dinge" philosophierte die Szene über die Trends der Zukunft und stellte neue Produkte vor, die der Vision der allseitigen Vernetzung folgen. Manches davon ist nützlich, anderes eher verschroben. Hier einige Beispiele.

Leeo – ein Nachtlicht mit Gehör

Man könnte es das teuerste Nachtlicht der Welt nennen: Für 99 Dollar bekommt man ein Lämpchen, das man in die Steckdose steckt und mit dem heimischen WLAN verbindet. Über eine App kann man die Beleuchtungszeiten und die Lichtfarbe einstellen. Aber in dem unscheinbaren Stöpsel steckt mehr: Das Gerät hört, wenn der Feuermelder losgeht, und übermittelt den Alarm an den Besitzer. Außerdem überwacht es Temperatur und Luftfeuchtigkeit in der Wohnung.

June – ein Backofen mit Durchblick

Per Kamera aus der Ferne den Keksen beim Backen zuschauen – es gibt spannendere Freizeitbeschäftigungen. Aber die Kamera in diesem intelligenten und vernetzten Backofen analysiert selbst das Foto des Garguts, wiegt es und schlägt dann eine Garmethode vor. Man sagt nur noch, ob man das Steak medium oder durchgegart haben will, und der Ofen erledigt den Rest. Bei großen Braten kann man mit einem integrierten Thermometer auch die Innentemperatur überwachen. Selbstverständlich hat der Ofen auch Rezepte parat, sobald man etwas hineinschiebt. Auf den Markt kommen soll das Gerät im Juni 2016. Es wird etwa 1.500 Dollar kosten.

Linka – ein Schloss mit Verbindungen

Dieses Fahrradschloss soll das Wettrüsten zwischen Bikern und Dieben beenden – das stabile Schloss, das am Rahmen befestigt wird, ist eher eine elektronische Wegfahrsperre. Sobald ein Dieb das Fahrrad bewegt, ertönt ein Alarm, und natürlich wird der Besitzer per Handy informiert. Sollte es doch einmal einem Bösewicht gelingen, mit dem Rad wegzufahren, piept es bei anderen Linka-Besitzern, sobald er in ihre Nähe kommt. Nähert sich dagegen der rechtmäßige Eigentümer, öffnet sich das Schloss ganz von selbst. Das Kickstarter-Projekt wurde erfolgreich finanziert. Die Auslieferung für 99 Dollar erfolgt von Januar 2016 an.

Tile – ein Sender für Vergessliche

Wo ist der Hausschlüssel, das Portemonnaie oder die Fernbedienung? Es gibt inzwischen eine ganze Reihe von kleinen "Etiketten", die man an alltägliche Gegenstände heften kann, um sie dann per Handy zu orten. GPS-Sender sind zu groß, Tile arbeitet mit Bluetooth, der Radius ist damit auf 30 Meter beschränkt. Aber wenn man den kleinen Chip zum Beispiel unauffällig ans Fahrrad heftet und dieses gestohlen wird, dann werden auch andere Tile-User alarmiert, wenn das Rad an ihnen vorbeifährt. Der Einzelpreis beträgt 25 Dollar, in Mehrfachpackungen ist der Minisender ab 15 Dollar erhältlich.

Ringly – ein Ring mit Botschaft

Wem eine Smartwatch zu klobig ist, der kann auch filigraneren Schmuck tragen, um Benachrichtigungen vom Handy zu bekommen. Der Ringly-Ring ist mit Gold überzogen und enthält einen echten Edelstein, ist allerdings doch ein ziemlicher Klunker am Finger und wird ausdrücklich nur für Frauen angeboten, obwohl das ein bisschen sexistisch klingt. Er kann vibrieren wie ein Handy, und ein kleines LED-Lämpchen leuchtet in verschiedenen Farben. Was welches Signal bedeutet – neue E-Mail, neue SMS, Twitter- und Facebook-Nachrichten –, stellt man am Smartphone ein. Ab 195 Dollar, je nach Edelstein.

Doppel – ein Vibrator gegen Angst

Das Ding sieht aus wie eine Armbanduhr oder ein Fitness-Tracker, ist aber keines von beiden. Vielmehr soll es die Stimmung und Konzentration des Trägers beeinflussen. Es enthält einen kleinen Vibrationsmotor, wie er auch im Handy steckt, und der summt in einem regelmäßigen Rhythmus. Stellt man ihn auf den Ruhepuls ein, soll er beruhigend wirken, etwa in Prüfungs- oder Angstsituationen. Umgekehrt soll das Gerät dabei helfen, aufmerksam zu bleiben, wenn die Konzentration schwächelt. Klingt esoterisch? Das Entwicklerteam, zu dem eine Quantenphysikerin gehört, untermauert seine Behauptungen mit wissenschaftlichen Tests. Die Kickstarter-Kampagne für das Projekt läuft noch bis Mitte Juli, bei Erfolg soll Doppel von April 2016 an ausgeliefert werden. Preis: ab 70 Pfund (knapp 100 Euro).