Vermummte Kämpfer posieren mit dem deutschen Gewehr G3 im Jemen. An Fallschirmen fallen die Waffen kistenweise vom Himmel über der Stadt Aden. Bilder aus dem Bürgerkriegsland zeigen: Deutsche Sturmgewehre werden in dem Konflikt eingesetzt. Mit den Waffen sollen jemenitische Sicherheitskräfte und Milizen die Angriffe von Aufständischen zurückschlagen. Geliefert werden sie von Saudi-Arabien.

Der Krieg im Jemen zwischen der Zentralregierung und den Rebellen aus der Volksgruppe der Huthi läuft seit Jahren. Nachdem die Huthi weite Teile des Landes einnahmen, griffen Saudi-Arabien und weitere Nachbarn in den Konflikt ein.

Die Saudis gehören seit Jahren zu den besten Kunden der deutschen Rüstungsindustrie. Sie bauen zudem deutsches Kriegsgerät wie die Sturmgewehre G36 und G3 von Heckler & Koch nach. Ausführen dürfen sie die nachgebauten Gewehre nur mit deutscher Zustimmung – die nicht vorliegt. Der Jemen zeigt, dass die Kontrollen versagen. Die Bundesregierung räumt ein: "Eine physische Endverbleibskontrolle der in Saudi-Arabien gefertigten G3 und G36 ist auf Basis der zugrunde liegenden Genehmigungen nicht möglich."

Nicht nur deutsche Gewehre kommen im Jemen-Krieg zum Einsatz. Saudi-Arabien verwendet unter anderem die Aufklärungsdrohne Luna der deutschen Firma EMT. Internetbilder zeigen das Wrack einer der unbemannten Aufklärer im Jemen. EMT teilte mit, Fragen der ZEIT nicht beantworten zu wollen, "da wir zu internationalen Kunden generell keine Stellung nehmen".

Auch in saudischen Tornado-Kampfjets, die Ziele im Jemen bombardieren, steckt deutsche Technik. Das internationale Tornado-Programm wird von der Panavia Aircraft GmbH aus Hallbergmoos bei München organisiert. Hinter dem Konsortium steht unter anderem der Luftfahrtkonzern Airbus. Saudi-Arabien soll zudem den Eurofighter Typhoon einsetzen. Vertrieben wird dieser von der Eurofighter GmbH, die ebenfalls in Hallbergmoos residiert – im selben Gebäude wie Panavia. Auch die Anteilseigner sind identisch.