Nein, das hier ist kein Baselitz. Im sogenannten Baselitz-Saal im Dresdner Albertinum – genauer: in der Galerie Neue Meister – hängt jetzt nur noch ein einziges Bild des Malers Thomas Bayrle von 1998, Euro. Es zeigt Spielzeugautos, die in einem Euro-Zeichen fahren, immer im Kreis ...

Ja, das hat einen Grund, einen ganz banalen: Die Gemäldegalerie muss neun Bilder und eine Skulptur des großen sächsischen Künstlers Georg Baselitz, die dieser als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt hatte, an ihn aushändigen. Sie werden dieser Tage abgeholt.

Nein, so richtig kann das niemand verstehen: Baselitz, der in Salzburg lebt, hat beschlossen, all seine nach Deutschland verliehenen Werke mit sofortiger Wirkung einzuziehen. Er versteht das als Protest gegen das neue "Kulturgutschutz- gesetz", das 2016 in Kraft treten soll. Die Bundesregierung plant, besonders bedeutende Kunst als "nationales Kulturgut" zu deklarieren. Nationales Kulturgut dürfte dann nur noch in Ausnahmefällen das Land verlassen.

Ja, die Gemäldegalerie schließt sich dem Protest an – indem sie Bayrles Euro-Bild in den leeren Baselitz-Saal hängt; als einziges Werk, als Statement. Hilke Wagner, Direktorin des Albertinums, sagte zum epd: Dies sei "ein Moment, wo man erst mal innehalten" müsse. Sie habe große Angst, dass andere Künstler dem Beispiel von Georg Baselitz folgen.