Anfang des Jahres spielte Viktor Kortschnoi (84) in Zürich einen Wettkampf gegen den deutschen Großmeister Wolfgang Uhlmann (80). Er endete 2 : 2, nachdem Kortschnoi in der vierten Partie in Gewinnstellung eine Figur einstellte. Unter den Zuschauern war der spanische Schriftsteller Arturo Pérez-Reverte, in dessen Büchern das Thema Schachspiel häufig auftaucht. In seiner wöchentlichen Zeitungskolumne bei El Semanal schrieb Pérez-Reverte: "Dann begann dieser alte Mann im Rollstuhl, nach zwei Schlaganfällen teilweise gelähmt, Schach zu spielen – und das Wunder geschah. Der vorher völlig abwesend wirkende Invalide fixierte mit seinen Augen das Schachbrett, ohne seinen Gegner eines Blickes zu würdigen. Mit diesen Augen, die als Kind Leichen auf den Straßen von Leningrad gesehen hatten, den Augen des Dissidenten, dessen Frau nach Sibirien deportiert und dessen Sohn ins Gefängnis geworfen wurde, den Augen des Mannes, der vom KGB verfolgt wurde und wohl ermordet werden sollte, den Augen des Helden, der mit seinem Geist und unbändigem Mut als einzigen Waffen gegen die von der allmächtigen Sowjetunion unterstützten Meister gekämpft hatte – und diese selben Augen spielten zwei wunderbare Partien."

Ein Blick zurück auf den Europapokal Ende 2011. Wie rettete sich Kortschnoi gegen den 22-jährigen schwedischen Spitzenspieler Nils Grandelius in scheinbar verlorener Stellung als Weißer "mit einem herrlichen Schwindel" ins Remis?

Lösung aus Nr. 29:

Wie eroberte Schwarz am Zug trotz der Fesselung seines Springers d4 Material?

Nach 1...Sxf3+! 2.Kh1 (auch 2.gxf3 Dg5+ nebst 3...Txd3 war hoffnungslos) Dd6 (droht Matt auf h2) 3.Sf4 Lc6 gab Weiß auf (4.Dc4 Sd2, wonach "alles hängt")