Er ist ein Film-Klischee: der Ventilator, der sich in einer heißen Spelunke provozierend langsam an der Decke dreht. Der nützt nichts, soll der Zuschauer denken, der quirlt doch nur heiße Luft. Das stimmt. Und selbst wenn sich der Ventilator mit der Geschwindigkeit eines Flugzeugpropellers drehen würde, bliebe die Temperatur im Raum dieselbe. Es würden höchstens die Spielkarten der Ganoven am Pokertisch abheben.

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Ventilatoren können einen Raum nicht kühlen – die Menschen darin aber sehr wohl. Und zwar auf zweierlei Weise: Weil wir wärmer sind als die uns umgebende Luft, geben wir über die Haut Wärme ab. Allerdings vor allem an die Luftschicht direkt über der Haut, und die wirkt als Wärmeisolator. Bläst dagegen der Ventilator ständig die warme Schicht weg, kühlen wir schneller ab. Und wenn wir schwitzen, kühlt uns zusätzlich die Verdunstung des Schweißes. Diesen Effekt beschleunigt der Ventilator ebenfalls, weil er die feuchte Luft fortbläst. Daraus folgt aber auch: Wenn es mindestens 37 Grad warm und die Luft mit Feuchtigkeit gesättigt ist, nützt der Ventilator nichts.

Nehmen wir an, es ist draußen kühler als im Zimmer: Kann ein Ventilator in der Tür oder im Fenster zum Luftaustausch beitragen? Kaum – ein Ventilator "pumpt" nur wenig Luft nach drinnen oder draußen. Am besten richtet man ihn deshalb nach innen, dann profitieren die Menschen im Raum von den oben beschriebenen Kühleffekten.

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