Sie geben immer 150 Prozent: privat und im Job? Sie überlassen die low-hanging fruits den anderen und bejahen kompromisslos die Leistungsgesellschaft? Herzlichen Glückwunsch! Sie sind bereit für eine neue Generation von Mixern.

Wer zeigen will, dass er mehr draufhat als die low performers, kauft sich einen Hochleistungsmixer. Mit durchzugsstarken Motoren, die auch kleinere Propellerflugzeuge in die Luft bringen könnten, häckseln diese Maschinen alles klein. Vor allem Gemüse für green smoothies, die Mitglieder der Leistungselite heute trinken. Zu den Zutaten gehört nämlich auch faseriges Gemüse, bei dem herkömmliche Mixer scheitern. Und Scheitern ist etwas für Versager.

Dieser Artikel stammt aus der ZEIT Nr. 32 vom 06.08.2015.

Hochleistungsmixer setzen die Tradition von Brot- und Eismaschinen fort. Auch deren Karriere begann als Must-have-Accessoire, bevor sie erst hinten im Küchenschrank und dann im Elektroschrott verschwanden. Diesmal jedoch ist alles anders. Zumindest die Zielgruppe ist eine andere, denn Hochleistungsmixer sind Maschinen, die für Männer gedacht sind. Für Typen, die Verstand durch Technik ersetzen. Besitzer von Hochleistungsmixern erkennt man auch an den Leistungsdaten ihrer Autos ("Ich fahre gern sportlich"), Rasenmäher ("Ohne Aufsitz geht es nicht") und Kettensägen ("Ein Mann, ein Ast"). Zum Glück laufen Grills ohne Motor, sonst wäre Samstags kein Frieden mehr in den Gärten.

Nutzen Sie die Chance zur Aufrüstung. Investieren Sie bis zu 800 Euro in einen Hochleistungsmixer, der das Grünzeug so klein macht, wie es das verdient hat. Und lassen Sie sich bloß nicht einreden, dass man Gemüse auch einfach essen könnte. So etwas machen nur Versager.