Ihr Körper ähnelt der gelben Plastikkapsel im Überraschungsei, allerdings tragen sie meistens blaue Latzhosen, und sie schauen mit zwei, manchmal auch nur mit einem großen Glubschauge in die Welt: Gemeint sind natürlich die Minions. Diese kleinen Wesen, die ganz schön viel Quatsch machen.

Was für Quatsch, das kannst Du Dir seit Anfang Juli im Kino ansehen. Doch auch überall sonst begegnen Dir die Gelblinge: In Köln fährt eine Minions-Straßenbahn durch die Stadt. Am Strand sitzen Urlauber in Minions-Strandmuscheln, und wer bei McDonald’s im Juli ein Kindermenü bestellte, bekam, na klar, eine Minion-Figur dazu.

Wohin man schaut in diesem Sommer, man sieht Gelb. In Berlin zum Beispiel ist ein ganzer Bahnhof mit Bildern der Figuren beklebt. Wenn man auf den Bahnsteig will, läuft man über gelbe Minion-Treppen, und von den Wänden schauen einen Stuart, Kevin und Bob an. Kevin steht in der Mitte und hält ein Pappschild in den Händen, auf dem steht: "Umgeben von Idioten". Zwei Pfeile zeigen auf Stuart und Bob.

Die Minions machen lustige Sachen und sind immer gut drauf. Sie lachen laut und viel, und wenn etwas schiefgeht, sagen sie: "Oooh." Sind sie einfach so beliebt, weil sie so witzig sind?

Viele würden antworten: Ja! Die Fernsehforscherin Maya Götz hat noch eine andere Erklärung. Sie beschäftigt sich damit, was für Filme Kinder besonders gern gucken und welche Figuren ihnen gefallen. "Die Minions sprechen Dinge sehr direkt aus. Sie sind ehrlich", sagt Götz. Das mögen die Zuschauer. Und auch, dass die gelben Figuren neugierig sind, staunen und Fehler machen, über die sie dann lachen. "In jedem von uns steckt ein Minion", sagt Maya Götz. Deshalb mögen so viele sie gern.

Dass die Großaugen einen eigenen Film bekommen, war ursprünglich gar nicht geplant. Zuerst tauchten die Minions als Nebendarsteller in Ich – Einfach unverbesserlich und Ich – Einfach unverbesserlich 2 auf. Obwohl die gelben Wesen nicht häufig durchs Bild liefen, fanden viele Kinder sie großartig. Die Erfinder von Ich – Einfach unverbesserlich dachten sich: Wenn die Minions so gut ankommen, können wir doch auch einen ganzen Film nur mit ihnen machen. Gedacht, getan. Und dieser Film ist nun supererfolgreich: Schon in den ersten Tagen sind fast eine Million Menschen in Deutschland in die Kinos gegangen. Das ist sehr viel. Die Erfinder der Minions verdienen also gerade richtig Geld.

Einen solchen Film zu machen kostet allerdings auch eine Menge. Viele Zeichner, Programmierer und Geschichtenerfinder arbeiten monatelang daran. Und das, was die Filmemacher vorstrecken müssen, wollen sie natürlich zurückhaben, noch lieber wollen sie etwas zusätzlich verdienen. Je mehr Leute ins Kino gehen, desto mehr Geld bekommen sie. Aber wie schafft man es, dass so viele Menschen einen Film ansehen wollen?

Zuerst einmal müssen wir alle von dem Film erfahren. Dafür machen die Firmen viel Werbung – schon bevor der Film im Kino läuft. Sie kleben zum Beispiel Plakate an Wände und zeigen kurze und besonders witzige Ausschnitte im Internet. Je öfter Du die Figuren siehst, desto eher erinnerst Du Dich an sie. Wenn es gut läuft, sprichst Du sogar mit Deinen Freunden darüber. Und wenn der Film dann endlich ins Kino kommt, bist Du so neugierig, dass Du ihn unbedingt ansehen möchtest.

Diese Regeln gelten allerdings für fast jeden Kinofilm. Dass die Minions aber so schnell so bekannt geworden sind und sich so rasant ausbreiten, ist außergewöhnlich. Tinker Bell und Shaun das Schaf zum Beispiel sind auch beliebt, aber sie standen und klebten nicht überall herum. Warum ist es bei den Minions anders?

Die einfache Antwort lautet: weil die Erfinder genau das sehr lange und sehr genau geplant haben. Dass Kinder die Nebenfiguren aus Ich – Einfach unverbesserlich so gut fanden, war vielleicht noch ein Zufall. Dass die jetzt aber überall auftauchen, ist keiner.