Die Kindheit hat er im Westen verbracht und lebt heute im Süden. Seine Wurzeln liegen in östlicher Richtung, groß geworden ist er in der Mitte – ein Vorzeige-Europäer. Die Basis dazu hat schon der Vater gelegt, der Sportprofi war und mit der Familie dahin zog, wo man ihm einen Vertrag bot.

Fast folgerichtig trat der Sohn in dessen Fußstapfen, obwohl er anfangs andere Pläne hatte und ein grundsolides Handwerk erlernte – um dann eines Tages doch das Metier zu wechseln. Seitdem besetzt er die Spitze, nicht mehr ganz so oft wie früher, aber immer noch, immer wieder. Längst hält er Rekorde, Titel, darunter die schönsten. Und doch, so scheint es, ist er bodenständig geblieben. Das macht ihn nahbarer als manche Kollegen, die sich als Stars fühlen, auch weil sie dazu gemacht werden. Bei ihm ist das anders, mag sein, weil er sich nie verbogen hat für Sympathie und Ruhm. "Dieses Posen und Taktieren ist nicht mein Ding [...] ich komme mir dabei einfach blöd vor." Das glaubt man ihm, und so gilt nach wie vor, was ein Kollege so schön schrieb: Es gebe Sportler, die man über die Vergangenheit erklären muss, weil man ihnen sonst vielleicht in der Gegenwart Unrecht tue. Und es gebe andere, "die man über ihre Vergangenheit erklären kann – ... aber trotzdem kann man immer noch die Gegenwart für sie sprechen lassen."

Wenn es nun wieder losgeht im Business, hätte wohl jedes Team einen wie ihn zu gern dabei. Schwer zu finden – aber er hat ja noch Söhne, die später mal das Familienerbe fortsetzen könnten. Wer ist’s?

Lösung aus Nr. 31:

Albert Ballin (1857 bis 1918) trat 1886 in die Dienste der Reederei Hapag. Er "erfand" die Kreuzfahrt und ließ luxuriöse Schnelldampfer bauen. Von 1908 an setzte er sich für eine Verständigung mit England ein, scheiterte 1918 mit einem Friedensplan