Hat Sylt ein neues Wahrzeichen? Inselkenner und Marketingfachkräfte sagen: Die gekreuzten Säbel der Sansibar sind das inoffizielle Logo von Frieslands Côte d’Azur. Nur noch eine Frage der Zeit, bis eine Flagge mit Klingen-Signet vorm Rathaus in Westerland weht.

Das Restaurant selbst, vom Schwaben Herbert Seckler seit Jahrzehnten mit viel Hingabe geführt, liegt bekanntlich in Rantum, und da gehört es auch hin, weil Rantum ursprünglich ein Strandräubernest war, wo sie die Schiffe mit Irrlichtern anlockten und sich nach deren Strandung über Besatzung und Ladung hermachten.

Ähnlich unerschrocken hat auch Seckler die Insel erobert mit einer Mischung aus Kulinarik und Kommerz. Die Küche ist preisgekrönt, die Weinauswahl legendär (30.000 Flaschen sollen im Keller lagern, Wert: mehrere Millionen Euro), die Prominentendichte solide, aber erträglich, und das Portfolio an säbelverzierten Produkten – vom "Brotaufstrich Knusperwaffel" über Handy-Hüllen bis zum Kaschmirpulli – erweitert sich von Saison zu Saison.

Nun aber kapern andere Marken die Marke Sansibar. Automobilfirmen, Optikerketten und Küchengerätehersteller kooperieren mit Secklers Geschäft und fügen den Säbeln ihre eigenen Logos hinzu. Der Markt zeigt Flagge, und jeder Erfolg lockt weitere Freibeuter an. Nirgendwo sieht man das besser als hier, wo die Insel ganz schmal wird und der Geschäftssinn umfassend.