Mücken sind, wie alle Insekten, wechselwarme Tiere. Das bedeutet, dass sie ihre Körpertemperatur nicht selbst regulieren können, sondern von den Umgebungsbedingungen abhängig sind. Je kälter es ist, umso weniger aktiv ist die Mücke. Im Herbst sind die letzten Exemplare schon so matt, dass es kaum noch Mühe macht, sie zu jagen. Und wenn es draußen dauerhaft kälter ist als 15 Grad, dann ist die Mückensaison vorbei.

Das heißt aber nicht, dass das einzelne Tier bei Hitze besonders viel stechen würde. Die Gemeine Stechmücke schwärmt im Hochsommer eher in den kühleren Abendstunden aus und vermeidet die sengende Hitze des Tages.

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Der Eindruck, dass die Mücken bei Hitze mehr stechen, kommt wohl eher daher, dass es bei warmem Wetter mehr von den Plagegeistern gibt. Die Umgebungstemperatur hat nämlich vor allem einen Einfluss auf den Fortpflanzungszyklus der Insekten. Der beschleunigt sich, wenn es wärmer ist. Bei 25 Grad entwickeln sich die Larven am besten, dann kann alle zwei Wochen eine neue Mückengeneration heranwachsen.

Allerdings spielt noch ein anderer Faktor mit hinein: Mücken legen ihre Eier in stehenden Gewässern ab. Ein zu trockener, heißer Sommer ist also eher kontraproduktiv. Aber der ist in unseren Breiten ja eher selten. Ein paar warme Wochen, verbunden mit dem einen oder anderen kräftigen Regenguss, schaffen dagegen optimale Vermehrungsbedingungen für Mücken – und entsprechend häufig wird zugestochen.

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